Erstattung

Blutzuckermessgeräte und Lanzetten sind Hilfsmittel. Ihre Erstattung ist in § 33 SGB V geregelt. Hilfsmittel sind grundsätzlich erstattungsfähig, wenn sie im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands gelistet sind. Blutzuckerteststreifen sind hingegen in Bezug auf die Abrechnung Geltungsarzneimittel. Ihre Erstattung ist in § 31 SGB V geregelt. Nach diesem Paragrafen sind Blutzuckerteststreifen zuzahlungsfrei.

Wichtig: Hilfsmittel und Arzneimittel dürfen nicht auf einem Rezept zulasten der GKV verordnet werden, da sie separat abgerechnet werden. Das bedeutet, dass ein Blutzuckermessgerät z. B. nicht gemeinsam mit Teststreifen oder dem Insulin auf einem Rezept verordnet werden darf.

Blutzuckermessgeräte und Teststreifen werden Patienten mit Typ-1-Diabetes und insulinpflichtigen Patienten mit Typ-2-Diabetes grundsätzlich von der GKV erstattet. Ansonsten werden die Kosten der Selbstmessung für Typ-2-Diabetiker nur erstattet, wenn sie ein Medikament mit einem hohen Hypoglykämierisiko einnehmen oder eine besondere Situation vorliegt (z. B. instabile Stoffwechsellage, Neueinstellung, Umstellung). Die Versorgung von Patientinnen mit Gestationsdiabetes wird ebenfalls von der GKV übernommen. [10, 16]

Wie viele Teststreifen ein Patient pro Quartal benötigt, liegt im Ermessen des verordnenden Arztes. Die Apotheke hat diesbezüglich keine Prüfpflicht. Was Apotheken allerdings bei der Rezeptbelieferung beachten müssen, sind bestimmte Preisgruppen, Quoten und Rabattverträge. Im Folgenden werden die bundeseinheitlich geltenden Vorgaben der Ersatzkassen kurz zusammengefasst. [17, 18]

Teststreifenvereinbarungen der Ersatzkassen

Blutzuckerteststreifen werden grundsätzlich in drei Preisgruppen (1, 2, 3) eingeteilt. Die Teststreifen, die der Preisgruppe 1 angehören, sind für die Ersatzkassen am wirtschaftlichsten, gefolgt von den Teststreifen der Preisgruppe 2. Teststreifen, die weder der ersten noch der zweiten Preisgruppe angehören, also in die dritte Preisgruppe fallen, sind dagegen nicht sehr wirtschaftlich für die Krankenkassen.

Welche Teststreifen welcher Preisgruppe angehören, kann in den Anhängen der jeweiligen Teststreifenvereinbarung nachgelesen werden (Anhang I = Preisgruppe 1, Anhang II = Preisgruppe 2).

Die BARMER hat eine separate Teststreifenvereinbarung.

Rabattverträge: 50 Cent mehr abrechnen

Darüber hinaus haben die Ersatzkassen TK, DAK-Gesundheit, KKH, HEK und hkk – also alle Ersatzkassen außer der BARMER – Rabattverträge mit bestimmten Teststreifenherstellern geschlossen. Wie Rabattarzneimittel bedeuten auch rabattierte Teststreifen für die jeweilige Ersatzkasse ein Plus an Wirtschaftlichkeit, da von den Herstellern zusätzliche Rabatte gewährt werden. Die rabattierten Teststreifen sind mittlerweile in der Apothekensoftware gekennzeichnet, eine Liste der Rabattvertragspartner ist auf den Internetseiten des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) zu finden.

Wichtig: Eine Pflicht, die rabattierten Teststreifen abzugeben, besteht nicht. Für jede rabattierte Teststreifenpackung à 50 Stück kann die Apotheke mit der Sonder-PZN 09999637 zusätzlich 50 Cent zzgl. MwSt. abrechnen.