Therapie

Therapie des Typ-1-Diabetes

Bei Typ-1-Diabetikern ist die Therapie mit Insulin unausweichlich – sie muss lebenslang fortgeführt werden. Man unterscheidet zwischen der konventionellen und der intensivierten Insulintherapie. [4]

Mittel der Wahl ist die intensivierte Insulintherapie (ICT), die durch mindestens drei Insulininjektionen pro Tag gekennzeichnet ist. Ihr liegt das Basal-Bolus-Prinzip zugrunde: Der basale Insulinbedarf wird mit einem langwirkenden Basalinsulin gedeckt, der prandiale Insulinbedarf mit einem kurzwirkenden Bolusinsulin. Für diese Therapie eignen sich Insulinspritzen, -pens und -pumpen. [4]

Die konventionelle Therapie (CT) beinhaltet ein festes Therapieschema. Die pro Tag applizierte Insulindosis wird verbindlich vorgegeben. Das Insulin wird in der Regel morgens zum Frühstück und abends zum Abendessen gespritzt, also insgesamt zweimal täglich. Der Essensplan ist dadurch wenig variabel: Die Patienten müssen genau definierte Kohlenhydratportionen zu sich nehmen.

Diese Form der Insulintherapie wird nur eingesetzt, wenn eine intensivierte Therapie nicht möglich ist (z. B. aufgrund von kognitiven Störungen, Krankheiten, Alter), der Patient sich gegen die intensivierte Therapie entscheidet oder erhebliche Adhärenzprobleme in der Langzeitbetreuung auftreten. [4]

Therapie des Typ-2-Diabetes

Die Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 umfasst meist mehrere Bereiche:

  • Lebensstil
  • Blutdruck
  • Glukosestoffwechsel
  • Lipidstatus
  • Körpergewicht

Die Basistherapie (1. Stufe) besteht aus Schulungs- und Behandlungsprogrammen, Ernährungstherapie und -beratung, körperlicher Aktivität, Stressbewältigung und ggf. Gewichtsreduktion und/oder Tabakentwöhnung.

Für die Beurteilung der Diabetestherapie ist der HbA1c-Wert von großer Bedeutung. Der HbA1c-Wert spiegelt den Anteil des glykierten Hämoglobins im Blut wider und ermöglicht es, die Einstellung der Blutglukose während der letzten vier bis zwölf Wochen zu beurteilen. Die Messung des Blutzuckerspiegels stellt hingegen nur eine Momentaufnahme dar.

Ist das HbA1c-Ziel (in der Regel im Bereich von 6,5–7,5 %) durch die Maßnahmen der 1. Stufe nach drei bis sechs Monaten nicht erreicht, wird eine Pharmaka-Monotherapie eingeleitet (2. Stufe):

  • Mittel der 1. Wahl: Metformin
  • Bei Metformin-Unverträglichkeit oder Kontraindikationen: DPP-4-Inhibitor, GLP-1-Agonist, Glukosidasehemmer, Repaglinid, SGLT2-Inhibitor, Sulfonylharnstoff, langwirkendes Insulin

Bei Nichterreichen des HbA1c-Zielwerts nach weiteren drei bis sechs Monaten wird zusätzlich ein zweites und eventuell drittes Antidiabetikum gegeben (3. Stufe; Wirkstoffe vgl. Stufe 2). Nach weiteren drei bis sechs Monaten ohne Erfolg besteht die 4. Stufe aus einer intensivierten Insulintherapie, entweder als Monotherapie oder zusätzlich zu oralen Antidiabetika. [3]