Teil 1: Basiswissen Diabetes

Die Blutglukosekonzentration wird vor allem hormonell reguliert und auf einem konstanten Level gehalten (55– 100 mg/dl). Zwei Peptidhormone spielen dabei eine entscheidende Rolle: Glucagon und Insulin. Freigesetztes Glucagon führt zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels, während der Gegenspieler Insulin eine Senkung des Blutzuckerspiegels bewirkt.

Insulin bewirkt einen Abfall der Blutglukosekonzentration durch:

  • Hemmung der Glukoneogenese (Neusynthese von Glukose),
  • Stimulation der Glukoseaufnahme in Muskel- und Fettzellen,
  • Stimulation der Glykogensynthese (Glukose wird in den Speicherstoff Glykogen umgewandelt) und
  • Hemmung der Glykogenolyse (Umwandlung von Glykogen in frei verfügbare Glukose).

Das Peptidhormon Insulin wird in den sogenannten β-Zellen in den Langerhans-Inseln des Pankreas produziert.

Nahrungsaufnahme führt zu einer Freisetzung von gastrointestinalen Inkretinhormonen wie Glucagon-like peptide-1 (GLP-1) und Glucose-dependent insulinotropic peptide (GIP). Diese bewirken die Freisetzung von Insulin aus den β-Zellen des Pankreas. Weitere Trigger der Insulinausschüttung sind erhöhte Plasmakonzentrationen verschiedener Aminosäuren und freier Fettsäuren.

An der Blutzuckerregulation sind außerdem andere Hormone wie Adrenalin und Somatotropin beteiligt. Adrenalin stimuliert beispielsweise den Abbau von Glykogen zu Glukose und bewirkt somit einen Blutzuckeranstieg. Beim Absinken der Blutglukosekonzentration unter einen bestimmten Schwellenwert werden die Insulinantagonisten Glukagon und Adrenalin vermehrt freigesetzt, um den Blutzuckerspiegel wieder zu erhöhen und im Zielkorridor zu halten.

Was bedeutet Diabetes Mellitus?

„Diabetes mellitus ist ein Sammelbegriff für heterogene Störungen des Stoffwechsels, deren Leitbefund die chronische Hyperglykämie ist. Ursache ist entweder eine gestörte Insulinsekretion oder eine gestörte Insulinwirkung oder auch beides.“ (Praxisleitlinie Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus, 2018). [2] Eine chronische Hyperglykämie kann zu organischen Langzeitschäden sowie Funktionsstörungen und -einschränkungen führen, vor allem der Augen, Nieren, Nerven und des Herz-Kreislauf-Systems. [2]