4. Beratungsgespräch

Da viele Patienten mit Harnwegsinfektionen nicht gleich zum Arzt gehen und evtl. zunächst mit einer Selbstmedikation beginnen, stellt die Apotheke eine wichtige Anlaufstelle dar. Einige Kunden kennen die typischen Symptome schon und möchten nur ihr bewährtes Produkt einsetzen, andere wünschen eine ausführlichere Beratung zu den Behandlungsmöglichkeiten.

Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen kann eine Durchspülungstherapie mit pflanzlichen Arzneitees die Symptome lindern und den Heilungsprozess fördern. Harntee 400 TAD® N mit den Inhaltsstoffen Goldrutenkraut, Birken- und Katzenbartblätter steigert nicht nur das Harnvolumen, sondern wirkt auch krampflösend und entzündungshemmend. Wenn die Beschwerden nach 5 Tagen nicht abklingen, ist ein Arztbesuch erforderlich.5

Auch für die Patienten, bei denen der behandelnde Arzt ein Antibiotikum verordnet hat, stellen pflanzliche Arzneitees eine wichtige Ergänzung dar.21 Insbesondere Patienten mit häufigen HWI können zur (alleinigen/ergänzenden) Behandlung Harntee 400 TAD® N einsetzen und von der diuretischen, spasmolytischen und antiphlogistischen Wirkung profitieren. Kunden, denen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr schwerfällt, gelingt es mit schmackhaften Tees zudem leichter, ausreichend zu trinken.

Potenzielle Kunden erkennen und beraten

Gemäß Leitlinie werden bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen folgende Patientengruppen unterschieden:7

  • Nicht schwangere Frauen in der Prämenopause ohne relevante Begleiterkrankungen
  • Schwangere Frauen ohne sonstige relevante Begleiterkrankungen
  • Frauen in der Postmenopause ohne sonstige relevante Begleiterkrankungen
  • Jüngere Männer ohne sonstige relevante Begleiterkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus und stabiler Stoffwechsellage ohne sonstige relevante Begleiterkrankungen

Besonders häufig leiden junge und postmenopausale Frauen unter Harnwegsinfektionen. Bei jungen Frauen zählen zu den Risikofaktoren Geschlechtsverkehr, Verwendung spermizider Verhütungsmittel und Diaphragmen, vorausgegangene HWI, jugendliches Alter bei der ersten HWI sowie HWI in der Familienanamnese.7, 20 Bei postmenopausalen Frauen steigern Harninkontinenz, Restharn, Zystozelenbildung sowie häufige HWI vor der Menopause das Risiko für HWI.

Während der Schwangerschaft besteht aufgrund der anatomischen und physiologischen Veränderungen ein erhöhtes Risiko für HWI und asymptomatische Bakteriurien. Zu den Risikofaktoren für das Auftreten einer HWI in der Schwangerschaft zählen: vorausgegangene HWI, niedriger Sozial- und Ausbildungsstatus, Chlamydieninfektionen in der Anamnese, Sichelzellanämie und Adipositas. Wegen der Gefahr einer Pyelonephritis wird bei Schwangeren eine Antibiotikatherapie empfohlen.7

Harnwegsinfektionen bei Männern werden aufgrund einer möglichen Beteiligung der Prostata in der Regel als kompliziert eingestuft und bedürfen einer Abklärung. Bei jüngeren Männern treten gelegentlich akute unkomplizierte HWI auf. Zu den Risikofaktoren zählen z. B. Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Partnerin oder Vorhautveränderungen.7

Patienten mit Diabetes können aufgrund autonomer und peripherer Neuropathie, diabetischer Nephropathie und immunologischer Defizite ein deutlich erhöhtes Risiko für HWI besitzen. Die Dauer des Diabetes allein geht nicht mit einem erhöhten HWI-Risiko einher. Bei Patienten ohne relevante Begleiterkrankungen und stabiler Stoffwechsellage können HWI als unkompliziert eingestuft werden. Das Erregerspektrum gleicht dem von Patienten ohne Diabetes mellitus.7

Bei Vorliegen eines unkomplizierten Harnwegsinfekts kann unter Umständen eine Behandlung mit Antibiotika abgewogen und die Behandlung zunächst mit pflanzlichen Alternativen, z. B. mit Arzneitees, begonnen werden. Allerdings muss dafür abgeklärt sein, dass keine Symptome vorliegen, die auf eine Beteiligung der Nieren und generell auf eine schwere Entzündung hinweisen. Dazu gehören ein- oder beidseitige Flankenschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Krankheitsgefühl wie bei einer Grippe. Besonders wichtig ist der Hinweis, dass unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden muss, wenn sich die Symptome nicht bessern oder sogar verschlechtern.21, 22

Unabhängig von der gewählten Therapieform ist der Hinweis auf eine ausreichende Trinkmenge sinnvoll. Pflanzliche Arzneitees wie Harntee 400 TAD® N stellen in der Therapie von Harnwegsinfektionen eine sinnvolle und schmackhafte Therapieoption dar. Die harntreibende, krampflösende und entzündungshemmende Wirkung von Harntee 400 TAD® N lindert die Symptome, fördert die Ausscheidung der auslösenden Keime und die Abheilung von Harnwegsinfektionen. Mit diesen Eigenschaften kann Harntee 400 TAD® N zudem andere Therapieformen wirksam unterstützen.

Steckbrief Harntee 400 TAD® N5

Zur Durchspülung bei Harnwegsinfektionen und Vorbeugung bei Nierengrieß:

  • Schnelle, unkomplizierte Zubereitung (tassenfertiges Granulat, dauerhaft rieselfähig)
  • Kalt und warm genießbar
  • Angenehmer Geschmack
  • Nach Anbruch 6 Monate haltbar
  • Seit vielen Jahren bewährt zur Durchspülung bei HWI und Vorbeugung bei Nierengrieß

Beispielhaftes Beratungsgespräch

Eine Kundin, Mitte 20, kommt mit einem Rezept für Pivmecillinam in die Apotheke. Sie merkt an, dass sie sich das Medikament jetzt schon hole, mit ihrem Hausarzt habe sie aber besprochen, dass sie erst 2−3 Tage abwarten könne. Sie sei jetzt krankgeschrieben und wolle sich warmhalten und schonen. Da sie schon häufiger Blasenentzündungen gehabt habe, kenne sie den Verlauf und würde bei Bedarf Ibuprofen einnehmen.

Die PTA fragt, ob die Kundin genug trinke, und erhält die Antwort, dass dies häufig ein Problem für sie sei. Morgens zuhause eine Tasse Kaffee und dann würde sie nur noch Wasser trinken. Da ihr dies aber nicht schmecke, bleibe es meist bei 3 Gläsern Wasser im Tagesverlauf.

Die PTA erklärt der Kundin, wie wichtig eine ausreichende Trinkmenge zum Ausschwemmen der Bakterien ist, die die Blasenentzündung verursachen. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, empfiehlt sie ihr Harntee 400 TAD® N mit ausgewählten Heilkräutern, die für eine entzündungshemmende, krampflösende und harntreibende Wirkung sorgen. Dieser pflanzliche Arzneitee lässt sich sehr schnell zubereiten: einfach mit heißem oder kaltem Wasser aufgießen – fertig. Er schmeckt warm und kalt sehr gut. So gelingt es leicht, eine ausreichende Trinkmenge von 1,5–2 Litern pro Tag zu erreichen und die Blase hinreichend zu spülen.

Die Kundin kennt Heumann Blasen- und Nierentee, der von ihrer Mutter verwendet wird, und fragt, ob dieses Produkt vergleichbar sei. Die PTA bleibt bei ihrer Empfehlung, da Harntee 400 TAD® N zusätzlich eine weitere Komponente mit krampflösender und harntreibender Wirkung enthält – die auf Java beheimatete Heilpflanze Katzenbart.

Harntee 400 TAD® N unterstützt das Abheilen der Blasenentzündung auch dann, wenn die Kundin eine Antibiotikatherapie durchführt. Die empfohlene Trinkmenge beträgt 3−5 Tassen pro Tag. Da Harntee 400 TAD® N nach Anbruch 6 Monate haltbar ist, kann er auch bei eventuellen Rückfällen oder erneuten Harnwegsinfektionen zum Einsatz kommen.

Nach 2 Wochen kommt die Kundin erneut in die Apotheke und bedankt sich für die Tipps. Ein Antibiotikum habe sie nicht gebraucht. Das Durchspülen mit Harntee 400 TAD® N habe ihre Symptome hinreichend gelindert. Außerdem habe ihr der Tee sehr gut geschmeckt, ihrer Mutter übrigens auch, und sie wolle ihn jetzt immer bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung trinken. Überhaupt habe sie sich jetzt vorgenommen, mehr zu trinken.

Harnwegsinfektionen vermeiden: Tipps für den Alltag20, 22, 23

  • Frieren vermeiden (Kälte schwächt das Immunsystem):
    Socken tragen, um die Füße zu wärmen, Hüfte/Beckenbereich warmhalten, beim Baden nicht zu lange in kühlem Wasser bleiben und Badesachen direkt nach dem Schwimmen gegen trockene Kleidung tauschen
  • Ausreichende Trinkmenge:
    Ca. 1,5−2 Liter Wasser oder Tee (Kräuter- oder Früchtetee), bei sehr hohen Temperaturen und intensiver Bewegung auch mehr
  • Gesunde Ernährung, um Verstopfungen zu vermeiden:
    Viel Gemüse und Obst (v. a. Beerenfrüchte) sowie fermentierte Milchprodukte (probiotische Joghurts)
  • Richtiges Wasserlassen:
    Kein langes Anhalten (öfter zur Toilette gehen) und vollständige Entleerung der Blase (beim Wasserlassen nicht vorgebeugt sitzen)
  • Richtige Hygiene:
    Abwischen mit Toilettenpapier bei Frauen immer von vorne nach hinten; übertriebene Intimhygiene schädigt das schützende Milieu (Laktobazillen, antimikrobielle Peptide).
  • Geschlechtsverkehr:
    Wasserlassen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr, kein ungeschützter Analverkehr mit anschließendem Vaginalverkehr; Verhütungsmethode gegebenenfalls wechseln, wenn bisher Spermizide (Kondome, Diaphragmen, Vaginalcremes/-zäpfchen) eingesetzt wurden
  • Rechtzeitiges Handeln bei ersten Anzeichen einer Blasenentzündung:
    Regelmäßig zum Durchspülen der Harnwege Blasen- und Nierentee trinken; rechtzeitig zum Arzt gehen, um gegebenenfalls eine weitere medikamentöse Behandlung einzuleiten; auch begleitend zur ärztlichen Therapie ist Harntee empfehlenswert.