Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Eine Verordnung – zahlreiche Regeln

Verordnet ist zulasten der Techniker Krankenkasse (TK).

Wie so oft, müssen bei einer Verordnung zahlreiche Regeln beachtet werden, damit bei der Abgabe und Abrechnung alles korrekt abläuft. Auch bei dieser Verordnung gibt es eine ganze Reihe gesetzlicher und vertraglicher Vorgaben und Regeln zu beachten. Welche Aussagen zur Abgabe dieser Verordnung sind komplett richtig? Kennen Sie sich aus?

Die Lösung zur Frage:
Welche Aussagen zur Abgabe dieser Verordnung sind komplett richtig?

Die Packungen dürfen gemäß § 3 der PackungsV entsprechend der für das Arzneimittel definierten Messzahlen zusammengestellt werden: der Patient zahlt nur die Zuzahlung für eine N2-Packung (Enzyminhibitoren). Die Dosierung muss bei dieser Verordnung nicht ergänzt werden. Die Abgabe wird nach TFG-Gesetz und §17 Abs. 6a ApBetrO in der Apotheke dokumentiert. Eine Meldung an den Arzt gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO ist nicht notwendig.

Diese Antwort ist korrekt.

Es besteht die Möglichkeit der Zusammenstellung gemäß § 3 der PackungsV im Rahmen der Messzahlen. Messzahlen für Enzyminhibitoren nach Abschnitt 4 der PackungsV-Anlage:

N1 = 1 Stück, N2 = 5 bis 6 Stück, N3 = 19 bis 20 Stück.

Die Abgabe dieser, im Rahmen der Messzahlen zusammengestellten, Packungen gilt im Sinne der PackungsV als Abgabe einer Einzelpackung.

Eine Dosierung muss nach § 2 Absatz 1 Punkt 7 AMVV nicht vorhanden sein, oder ergänzt werden, wenn das verschriebene Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird. Da es sich um ein Arzneimittel handelt, das dem Transfusionsgesetz (TFG) unterliegt, müssen der Erwerb und die Abgabe zum Zwecke der Rückverfolgung gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO dokumentiert werden (Bezeichnung des Arzneimittels, die Chargennummer, das Datum des Erwerbs und der Abgabe, Name und Anschrift des verschreibenden Arztes sowie Name oder Firma und Anschrift des Lieferanten, Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse des Patienten oder, bei der für die Arztpraxis bestimmten Abgabe, der Name und die Anschrift des verschreibenden Arztes). Eine Meldung der erfolgten Abgabe an den Arzt gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO ist nur „bei der Abgabe von Arzneimitteln zur spezifischen Therapie von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie“ notwendig.

Der Patient leistet je abgegebener Packung eine Zuzahlung. Die Dosierung muss bei dieser Verordnung nicht ergänzt werden. Das Arzneimittel wird nach TFG in der Apotheke dokumentiert. Eine Meldung an den Arzt gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO ist nicht notwendig.

Diese Antwort ist falsch.

In diesem Fall muss der Patient die Zuzahlung nicht je abgegebener Packung zahlen, sondern die Zuzahlung darf gemäß § 3 der PackungsV berechnet werden:

„Fertigarzneimittel, die nach § 47 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a des Arzneimittelgesetzes vom ausschließlichen Vertrieb über Apotheken freigestellt sind, und Arzneimittel zur spezifischen Therapie von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie können, soweit sie nach § 5 entsprechend gekennzeichnet sind, auf Grund einer ärztlichen Verordnung im Rahmen der Messzahlen zusammengestellt werden. Die Abgabe dieser Packungen gilt im Sinne dieser Verordnung als Abgabe einer Einzelpackung.“

Die Packungen dürfen gemäß § 3 der PackungsV zusammengestellt werden: der Patient zahlt also nur die Zuzahlung für eine N2-Packung (Enzyminhibitoren). Die Dosierung muss nach Rücksprache mit dem Arzt ergänzt werden. Die Abgabe wird nach TFG in der Apotheke dokumentiert. Eine Meldung an den Arzt gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO ist nicht notwendig.

Diese Antwort ist falsch.

Eine Dosierung muss in diesem Fall nicht ergänzt werden, da das Arzneimittel unmittelbar an den verschreibenden Arzt abgegeben wird. § 2 Abs.1 Punkt 7 AMVV:

„Die Verschreibung muss enthalten: [...]

7. die Dosierung; dies gilt nicht, wenn dem Patienten ein Medikationsplan, der das verschriebene Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung einer verschreibenden Person vorliegt und wenn die verschreibende Person dies in der Verschreibung kenntlich gemacht hat oder wenn das verschriebene Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird, [...]“

Erklärung

Es besteht die Möglichkeit der Zusammenstellung gemäß § 3 der PackungsV im Rahmen der Messzahlen. Messzahlen für Enzyminhibitoren nach Abschnitt 4 der PackungsV-Anlage:

N1 = 1 Stück, N2 = 5 bis 6 Stück, N3 = 19 bis 20 Stück.

Die Abgabe dieser, im Rahmen der Messzahlen zusammengestellten, Packungen gilt im Sinne der PackungsV als Abgabe einer Einzelpackung.

Eine Dosierung muss nach § 2 Absatz 1 Punkt 7 AMVV nicht vorhanden sein oder ergänzt werden, wenn das verschriebene Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird.

2 Abs. 1 AMVV

„Die Verschreibungs muss enthalten: [...]

7. die Dosierung; dies gilt nicht, wenn dem Patienten ein Medikationsplan, der das verschriebene Arzneimittel umfasst, oder eine entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung einer verschreibenden Person vorliegt und wenn die verschreibende Person dies in der Verschreibung kenntlich gemacht hat oder wenn das verschriebene Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird,[...]“

Da es sich um ein Arzneimittel handelt, das dem Transfusionsgesetz (TFG) unterliegt, müssen der Erwerb und die Abgabe zum Zwecke der Rückverfolgung gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO dokumentiert werden (Bezeichnung des Arzneimittels, die Chargennummer, das Datum des Erwerbs und der Abgabe, Name und Anschrift des verschreibenden Arztes sowie Name oder Firma und Anschrift des Lieferanten, Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse des Patienten oder, bei der für die Arztpraxis bestimmten Abgabe, der Name und die Anschrift des verschreibenden Arztes). Diese Aufzeichnungen müssen in der Apotheke mindestens 30 Jahre lang aufbewahrt werden (§ 22 Abs. 4 ApBetrO).

Eine Meldung der erfolgten Abgabe an den Arzt gemäß § 17 Abs. 6a ApBetrO ist nur „bei der Abgabe von Arzneimitteln zur spezifischen Therapie von Gerinnungsstörungen bei Hämophilie“ notwendig. In diesem Fall also nicht.

Exkurs

Bei der Abgabe von Hämophilie-Präparaten ist zusätzlich zur regulären Dokumentation eine schriftliche oder elektronische Meldung mit folgenden Details an den verordnenden Arzt erforderlich: Bezeichnung des Arzneimittels, Menge und Chargenbezeichnung, Abgabedatum, Name, Vorname, Geburtsdatum und Wohnort des Patienten. Ist der Verordner nicht der dauerhaft behandelnde Arzt, leitet er die von der Apotheke gemeldeten Daten an den dauerhaft behandelnden Hämophilie-Arzt weiterleiten, damit dieser anschließend die Meldung an das Deutsche Hämophilieregister (DHR) gemäß § 21 TFG übernehmen kann.