Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Botendienstgebühr

Noch bis Ende September darf nach der SARS-CoV-2-AMVersVO der Botendienst mit 5 Euro zzgl. MwSt. zur Vermeidung weiterer Patientenkontakte und Minimierung der Infektionsrate abgerechnet werden. Wissen Sie, in welchen Fällen die Botendienstgebühr in Rechnung gestellt werden darf?

Es sind zwei Arzneimittel auf zwei getrennten Rezepten von demselben Arzt verordnet. Beide Arzneimittel müssen bestellt werden. Die Kundin bittet darum, diese per Bote zu liefern. Mit der Nachmittagslieferung können Sie jedoch nur ein Medikament erhalten, das Sie sofort an die Patientin ausliefern. Die Restlieferung erfolgt in der Nacht durch Ihren Zweitlieferanten. Das zweite Medikament wird sofort am nächsten Morgen ausgeliefert.

Die Lösung zur Frage:
Welche Abrechnung der Botendienstpauschale ist korrekt?

Die Botendienstpauschale darf in diesem Fall nur einmal abgerechnet werden, da beide Medikamente an eine Lieferadresse (Haushalt) ausgeliefert werden.

Diese Antwort ist falsch.

Richtig ist zwar, dass die Apotheke den Zuschlag für den Botendienst nur einmal pro Lieferort erheben darf, jedoch darf sie pro Kalendertag einen Zuschlag abrechen. Da in diesem Fall eine Lieferung am Abend und die zweite erst am Morgen des Folgetags erfolgen kann, handelt es sich um zwei Lieferungen an verschiedenen Kalendertagen, die jeweils mit 5 Euro zzgl. MwSt. abgerechnet werden dürfen.

§ 4 SARS-CoV-2-AMVersVO Ergänzungen der Arzneimittelpreisverordnung
„(1) Zusätzlich zu den in § 3 Absatz 1 Satz 1 der Arzneimittelpreisverordnung genannten Zuschlägen können Apotheken bei der Abgabe von Arzneimitteln im Wege des Botendienstes je Lieferort und Tag einen Zusatzbetrag von 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer erheben.“

Die Botendienstpauschale darf zweimal abgerechnet werden, da die Lieferung durch die Apotheke an zwei unterschiedlichen Tagen erfolgt.

Diese Antwort ist korrekt.

Der Botendienst kann je Kalendertag einmal pro Lieferort abgerechnet werden. Da es sich hier um zwei Lieferungen an verschiedenen Kalendertagen handelt, kann mit der Sonder-PZN zweimal der Betrag von 5 Euro zzgl. MwSt. abgerechnet werden.

§ 4 SARS-CoV-2-AMVersVO Ergänzungen der Arzneimittelpreisverordnung
„(1) Zusätzlich zu den in § 3 Absatz 1 Satz 1 der Arzneimittelpreisverordnung genannten Zuschlägen können Apotheken bei der Abgabe von Arzneimitteln im Wege des Botendienstes je Lieferort und Tag einen Zusatzbetrag von 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer erheben.“

Die Botendienstpauschale kann grundsätzlich für jedes Arzneimittelrezept abgerechnet werden, bei dem eine Auslieferung per Bote erfolgt.

Diese Antwort ist falsch.

Unabhängig von der Anzahl der Rezepte oder von der Anzahl der verordneten und gelieferten Arzneimittel darf der Botendienst nur einmal pro Kalendertag und Lieferort abgerechnet werden.

Erklärung

Apotheken können gemäß § 4Abs. 1 SARS-CoV-2-AMVersVO befristet bis zum 30. September 2020 einen Zusatzbetrag in Höhe von 5,00 Euro zuzüglich Umsatzsteuer pro Tag und je Lieferort, unabhängig von der Anzahl der gelieferten Arzneimittel, mit der Krankenkasse abrechnen. Der Lieferort ist die vom jeweiligen Besteller angegebene individuelle Lieferanschrift im Sinne des § 17 Abs.  2 Satz 2 ApBetrO, d. h. die Wohnung, die Arbeitsstätte oder eine vergleichbare Lieferadresse. „Lieferort“ ist wohnortbezogen zu verstehen, d. h., pro Haushalt/Wohnung kann der Zusatzbetrag abgerechnet werden. Die Abrechnung des Botendienstzusatzbetrags ist für jeden Lieferort nur einmal pro Tag zulässig. Dabei ist „Tag“ als Kalendertag zu verstehen.

4 SARS-CoV-2-AMVersVO Ergänzungen der Arzneimittelpreisverordnung

„(1) Zusätzlich zu den in § 3 Absatz 1 Satz 1 der Arzneimittelpreisverordnung genannten Zuschlägen können Apotheken bei der Abgabe von Arzneimitteln im Wege des Botendienstes je Lieferort und Tag einen Zusatzbetrag von 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer erheben.“

Daher darf für den Fall, dass einem Patienten Medikamente an zwei unterschiedlichen Kalendertagen geliefert werden, der Botendienst für jede Lieferung separat abgerechnet werden.