Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Verordnung über Clexane®-Spritzen: Wie ist mit Rabattverträgen umzugehen?

In der Apotheke wird ein Rezept zulasten der Techniker Krankenkasse (IK 104077501) vorgelegt. Verordnet wurden Heparinspritzen:
„Clexane 4.000 I.E. 40 mg/0,4 ml ILO i. e. Fertigspr. 20 St. N2 AXICP PZN 13829183“

Ein Blick in die Apotheken-EDV zeigt, dass bei der Techniker Krankenkasse das Clexane®-Original sowie verschiedene weitere Biosimilars rabattiert sind; der verordnete Import ist nicht rabattiert. Die Apotheke hat das Clexane®-Original auf Lager.

Die Lösung zur Frage:
Was darf bei dieser Konstellation auf die Clexane®-Verordnung abgegeben werden?

Der verordnete Import, da dies dem Einsparziel zugutekommt.

Diese Antwort ist falsch.

Nach der Abgaberangfolge des Rahmenvertrags muss nach § 11 zunächst auf das Vorliegen von Rabattverträgen geprüft werden. Da in diesem Fall aut-idem-konforme Rabattvertragsarzneimittel vorliegen, sind diese vorrangig abzugeben. Stehen mehrere Rabattarzneimittel zur Auswahl, hat die Apotheke die freie Wahl unter diesen. Daher kann sie das an Lager befindliche rabattierte Clexane®-Original abgeben.

Nur eines der vier preisgünstigsten, rabattierten Biosimilars.

Diese Antwort ist falsch.

Korrekt ist zwar, dass ein Rabattarzneimittel anstelle des verordneten nicht rabattierten Imports abgegeben werden muss. Eine Auswahl unter den vier preisgünstigsten Arzneimitteln kommt nach § 12 Abs. 1 Rahmenvertrag jedoch nur in Frage, wenn keine Rabattverträge vorrangig zu beachten sind. Bestehen Rabattverträge für mehrere Arzneimittel, so kann die Apotheke unabhängig vom in der Taxe dargestellten Listenpreis frei unter diesen wählen und in diesem Fall das an Lager befindliche, rabattierte Clexane®-Original abgeben.

Da die Apotheke die freie Wahl unter den Rabattarzneimitteln hat, kann das an Lager befindliche Clexane®-Original abgegeben werden, denn unabhängig vom in der Taxe dargestellten Listenpreis sind Rabattarzneimittel immer eine wirtschaftliche Abgabeoption. Also auch das Original mit Rabattvertrag.

Diese Antwort ist korrekt.

Nach der Abgaberangfolge des Rahmenvertrags muss nach § 11 zunächst auf das Vorliegen von Rabattverträgen geprüft werden. Dies trifft bei der vorliegenden Verordnung sowohl auf das Clexane®-Original als auch auf verschiedene Biosimilars zu. Die Apotheke kann aber frei unter mehreren zur Auswahl stehenden Rabattarzneimitteln wählen. Unabhängig vom in der Taxe dargestellten Listenpreis sind Rabattarzneimittel immer eine wirtschaftliche Abgabeoption, daher kann das an Lager befindliche, rabattierte Clexane®-Original abgegeben und der Patient ohne Zeitverzögerung versorgt werden.

Erklärung

Bei der Rezeptbearbeitung in der Apotheke muss immer die Abgaberangfolge des Rahmenvertrags berücksichtigt werden. Daher ist nach § 11 Rahmenvertrag zunächst auf das Vorliegen von Rabattarzneimitteln zu prüfen. Wichtig: Stehen mehrere aut-idem-konforme Rabattarzneimittel zur Auswahl, kann die Apotheke unter diesen frei wählen – unabhängig von dem in der Taxe dargestellten Listenpreis.

11 Rahmenvertrag: Vorrang der Rabattverträge

„Die Apotheke hat vorrangig ein Fertigarzneimittel abzugeben, für das ein Rabattvertrag nach § 130a Absatz 8 SGB V besteht (rabattbegünstigtes Fertigarzneimittel). […] Treffen die Voraussetzungen nach Satz 1 und 2 bei einer Krankenkasse für mehrere rabattbegünstigte Fertigarzneimittel zu, kann die Apotheke unter diesen wählen. […]“

Wird ein Rabattarzneimittel abgegeben, so kommen die weiteren Schritte der Abgaberangfolge (§ 12 Abgabe preisgünstiger Fertigarzneimittel bzw. § 13 Abgabe preisgünstiger Importe) nicht mehr zum Tragen.

Beim vorliegenden Rezept zeigt die EDV verschiedene Rabattarzneimittel an. Sowohl das Clexane®-Original als auch verschiedene Biosimilars sind rabattiert.