Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Salofalk-Verordnung – Welche Arzneimittel stehen zur Auswahl?

Mittlerweile liegt der Rahmenvertrag in der Fassung der zweiten Änderungsvereinbarung (Stand 15.12.2019) vor. Damit hat sich auch die eine oder andere Abgabesituation geändert. Was kann z. B. im Fall einer Salofalk-Verordnung abgegeben werden, wenn kein Rabattvertrag vorrangig zu beachten ist? Kennen Sie sich aus?

Die Lösung zur Frage:
Welche Arzneimittel stehen im Fall dieser Salofalk-Verordnung zur Auswahl?

Es ist Salofalk 500 N3 des Originalanbieters verordnet. Da die bezugnehmenden Importe alle nicht preisgünstig im Sinne von § 2 Rahmenvertrag sind und somit keinen Vorteil für das Einsparziel bieten, kann bis zum Preisanker des verordneten Originals jeder Import und auch das Original abgegeben werden.

Diese Antwort ist falsch.

Da es sich hier um eine Abgabe eines Arzneimittels handelt, das dem Mehrfachvertrieb zuzuordnen ist, liegt die Preisgrenze nicht automatisch beim namentlich verordneten Arzneimittel. Es muss auch der Abgabepreis des Arzneimittels, das sich im Mehrfachvertrieb zum verordneten Arzneimittel befindet, berücksichtigt werden.

Da zu Salofalk ein preiswerteres Parallelarzneimittel (das andere Original Claversal) im Handel ist, gilt dieses nach § 12 Abs. 2 Rahmenvertrag als Preisanker.

Diese Antwort ist korrekt.

§ 12 Abs. 2 des Rahmenvertrags stellt klar, dass für Arzneimittel, die sich im Mehrfachvertrieb befinden, nur das preisgünstigste der Parallelarzneimittel abgabefähig ist. Ebenso stehen alle Importarzneimittel zu den Parallelarzneimitteln zur Auswahl, wenn sie nicht teurer als das preisgünstigste Parallelarzneimittel sind. Abgaben von Arzneimitteln im Mehrfachvertrieb sind darüber hinaus für das Erreichen des Einsparziels zu berücksichtigen.

Bei Arzneimitteln, die im Mehrfachvertrieb vertrieben werden, umfasst der Auswahlbereich das verordnete Fertigarzneimittel, das Parallelarzneimittel und alle zugehörigen Importarzneimittel. Da kein Rabattartikel vorrangig abgegeben werden muss, kann unter all diesen frei gewählt werden.

Diese Antwort ist falsch.

Es ist zwar richtig, dass der Auswahlbereich für Arzneimittel im Mehrfachvertrieb das verordnete Fertigarzneimittel, Parallelarzneimittel und alle zugehörigen Importarzneimittel umfasst. Der Preisanker liegt jedoch nicht automatisch beim namentlich verordneten Parallelarzneimittel. Abzugeben ist nach § 12 Abs. 2 das günstigste Parallelarzneimittel oder ein günstigerer Import.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Werden patentgeschützte Wirkstoffe unter mehreren Handelsnamen von mehreren Herstellern vertrieben, ohne dass diese Arzneimittel Importe im Sinne des Rahmenvertrags sind, spricht der Rahmenvertrag von einem Mehrfachvertrieb. Die Arzneimittel des Mehrfachvertriebs werden als Parallelarzneimittel bezeichnet. Sie unterliegen dem Auswahlbereich des § 9 Abs. 2 Rahmenvertrag:

9 Abs. 2 Rahmenvertrag

„[…] Bei Arzneimitteln, die im Mehrfachvertrieb vertrieben werden, umfasst der Auswahlbereich nach Satz 1 das verordnete Fertigarzneimittel, Parallelarzneimittel und alle zugehörigen Importarzneimittel.“

Auch hier sind zunächst vorrangig Rabattartikel abzugeben. Kommt keine Rabattartikelabgabe zustande, muss ein Austausch auf preisgünstige Arzneimittel nach § 12 Abs. 2 geprüft werden. Im Mehrfachvertrieb ist jedoch nicht automatisch das namentlich verordnete Arzneimittel der Preisanker. Der Preisanker liegt hier beim preisgünstigsten Parallelarzneimittel. Kommt die Abgabe eines Rabattartikels nicht zustande, sind im Mehrfachvertrieb daher das preisgünstigste Parallelarzneimittel sowie die Importe aller Parallelarzneimittel, sofern sie nicht teurer sind als das preisgünstigste Parallelarzneimittel, abgabefähig. Natürlich darf das abgegebene Präparat auch hier nicht teurer sein als das verordnete. Zu beachten ist auch, dass Abgaben im Mehrfachvertrieb zum Erreichen des Einsparziels zu berücksichtigen sind, da diese Arzneimittel gleichzeitig Bestandteil des importrelevanten Markts sind:

13 Abs. 1 Rahmenvertrag

„Der importrelevante Markt besteht aus den Fertigarzneimitteln im Auswahlbereich nach § 9 Absatz 1 (solitärer Markt) und aus Arzneimitteln nach § 9 Absatz 2 Satz 2 (Mehrfachvertrieb), bei denen die Abgabe eines rabattierten Fertigarzneimittels nach § 11 nicht möglich ist. […]“

Das heißt, dass vorrangig preisgünstige Importe abzugeben sind, wenn die Apotheke ihr Einsparziel noch nicht erreicht hat.