Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
AV-Präparat verordnet – Darf der ausgewiesene Nachfolgeartikel abgegeben werden?

Verordnet ist ein Produkt mit Aut-Idem-Kreuz, welches einen „AV“-Status hat und auch nicht mehr lieferbar ist. Ein Nachfolgeartikel ist in der Apothekensoftware mit dem AV-Präparat verknüpft: Trusopt 20 mg/ml 3 x 5 ml. Außerdem gibt es lieferbare Importe mit 6 x 5 ml.

Die Lösung zur Frage:
Was geben Sie ab?

Ich gebe einen lieferbaren Import zum verordneten Produkt ab.

Diese Antwort ist korrekt.

Zwar ist hier ein AV-Artikel verordnet, der nicht lieferbar ist, doch die Verordnung ist trotzdem eindeutig bestimmt, weil zur Abgabe noch austauschbare Alternativen lieferbar sind. Daher muss in diesem Fall einer der lieferbaren Importe zu Trusopt N3 abgegeben werden.

Ich gebe den Nachfolgeartikel ab.

Diese Antwort ist falsch.

Nicht jeder Nachfolgeartikel entspricht den Vorgaben für einen Austausch unter Berücksichtigung der Aut-idem-Kriterien nach § 9 Abs. 3 Rahmenvertrag. In diesem Fall ist der Nachfolgeartikel einem anderen Normbereich zuzuordnen und kann daher nicht auf die vorliegende N3-Verordnung abgegeben werden.

Ich gebe einen preisgünstigen Import zum Nachfolgeartikel ab.

Diese Antwort ist falsch.

Nicht jeder Nachfolgeartikel entspricht den Vorgaben für einen Austausch unter Berücksichtigung der Aut-idem-Kriterien nach § 9 Abs. 3 Rahmenvertrag. In diesem Fall ist der Nachfolgeartikel einem anderen Normbereich zuzuordnen und daher können auch die bezugnehmenden Importe, ebenfalls N2, nicht auf die vorliegende N3-Verordnung abgegeben werden.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Ist ein AV-Artikel mit einem Nachfolgeartikel verknüpft, so ist immer genau zu prüfen, ob die Austauschkriterien nach § 9 Absatz 3 Rahmenvertrag auch auf die Präparate zutreffen. In diesem Fall ist der Nachfolgeartikel einem anderen Normbereich als der Ausgangsartikel zuzuordnen und ein Austausch daher nicht möglich:

Nach Rahmenvertrag ist eine Verordnung über einen AV gemeldeten Artikel aber weiterhin eindeutig bestimmt, solange es alternative Abgabemöglichkeiten gibt. Das ist hier der Fall, sodass keine ärztliche Rücksprache erfolgen muss.

8 Absatz 3 Rahmenvertrag

5 Ist ein mit „außer Vertrieb“ (AV) gekennzeichnetes Fertigarzneimittel nicht mehr lieferfähig und ist nach den Regelungen dieses Rahmenvertrages auch keine andere Auswahl möglich, handelt es sich um ein nicht eindeutig bestimmtes Arzneimittel.“

Aufgrund des Aut-Idem-Kreuzes dürfen alternativ nur Importe abgegeben werden, da diese als „identisch“ gelten.

Unter Beachtung ihres Einsparziels darf die Apotheke bis zum Preisanker, der durch die namentliche Verordnung des Originals gesetzt wurde, daher unter den Importen der N3-Größe frei wählen: