Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Wie verhalten Sie sich richtig?

Ein Patient legt Ihnen montagvormittags ein Rezept zulasten der Techniker Krankenkasse vor, auf dem ASS 300 mg 100 Tabletten verordnet sind.

Ein Blick in die Taxe zeigt, dass das Präparat zu 100 Stück kein Normkennzeichen trägt, die 50-Stück-Packung hingegen ein N3-Kennzeichen.

Die Lösung zur Frage:
Wie gehen Sie jetzt vor?

Da die 100er-Packung eine Jumbopackung ist, geben Sie zwei N3-Packungen zu je 50 Stück ab, denn eine Abgabe bis zur verordneten Menge ist bei Vielfachen von Nmax möglich.

Diese Antwort ist falsch.

Nach altem Rahmenvertrag war es möglich, vielfache Mengen des größten Messbereichs mit mehreren N3-Packungen zu beliefern. Gemäß § 6 Absatz 3 Rahmenvertrag wurde zwar ein besonderer Vermerk verlangt, diesen durfte die Apotheke jedoch nach Rücksprache mit dem Arzt selbst ergänzen. Nach aktuellem Rahmenvertrag ist diese Belieferung im „Normaldienst“ nicht mehr möglich – es gibt nur eine entsprechende Sonderregelung für den Notdienst (§ 17 Absatz 7).

Da die 100er-Packung eine Jumbopackung ist, geben Sie eine N3-Packung als nächstliegende abgabefähige Packung ab.

Diese Antwort ist falsch.

Nach neuem Rahmenvertrag darf nicht ohne eine Rücksprache mit dem Arzt und einen entsprechenden Vermerk auf dem Rezept eine kleinere abgabefähige Packung abgegeben werden.

Es ist eine nicht abgabefähige Jumbopackung verordnet. Sie schicken den Patienten daher zurück zum Arzt, denn er benötigt eine Verordnung mit einer zulässigen Stückzahl.

Diese Antwort ist korrekt.

Nach neuem Rahmenvertrag ist eine Belieferung einer solchen Verordnung im „Normaldienst“ ohne Rezeptänderung nicht mehr möglich. Daher schicken Sie den Patienten zum Arzt, damit dieser eine Verordnung mit einer zulässigen Stückzahl ausstellt.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Nach aktuellem, seit 01.07.19 gültigem Rahmenvertrag ist es nicht mehr möglich, eine Verordnung über eine Jumbopackung ohne Rücksprache mit dem Arzt mit mehreren abgabefähigen Packungen zu beliefern. Es ist eine Rezeptänderung durch den Arzt notwendig.

8 (2) Packungsgrößen

„Ein Fertigarzneimittel, dessen Packungsgröße die größte der auf Grund der Verordnung nach § 31 Absatz 4 Satz 1 SGB V bestimmte Packungsgröße übersteigt, ist nicht Gegenstand der Versorgung nach § 31 Absatz 1 SGB V und darf nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben werden.“

Nur falls ein dringender Fall (Akutversorgung/Notdienst) vorliegt, ist es dem Apothekenteam erlaubt wie folgt vorzugehen (§ 17, Absatz 7):

  1. Abgabe der Packung mit dem größten definierten Packungsgrößenkennzeichen
  2. Vielfaches der Packung mit dem größtem definierten Packungsgrößenkennzeichen, jedoch nicht mehr als die verordnete Menge. Ein besonderer Vermerk ist in diesem Fall nicht notwendig.
  3. Abgabe der nächstkleineren vorrätigen Packung

Für den dringenden Fall ohne Rücksprachemöglichkeit mit dem Arzt ist Folgendes noch zu beachten:

  • Dokumentation der abweichenden Abgabe mit Vermerk und jeweiligem Sonderkennzeichen.
  • Zusätzlich: Vermerk, dass keine Rücksprache mit dem Arzt möglich war.
  • Die Dokumentation auf der Verordnung muss separat abgezeichnet werden.
  • Die Auswahl findet anhand der in der Apotheke vorrätigen Arzneimittel statt.