Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
BtM-Rezept und Original mit Aut-idem-Kreuz: Welche Aussage ist falsch?

Ihnen wird in der Apotheke das folgende BtM-Rezept vorgelegt. Das verordnete Original ist beim vorliegenden Kostenträger nicht rabattiert, zwei Importe hingegen schon.

Die Lösung zur Frage:
Welche der nachfolgenden Aussagen zur Rezeptbelieferung ist falsch?

Diese Verordnung muss rahmenvertragskonform mit einem der rabattierten Import beliefert werden.

Diese Antwort ist falsch.

Diese Verordnung muss mit einem rabattierten Import beliefert werden, da Importe und bezugnehmendes Original als „das Gleiche“ gelten. Daher schützt ein gesetztes Aut-idem-Kreuz nicht vor einem Austausch zwischen Originalen und Importen. Der jeweilige Rabattartikel muss vorrangig abgegeben werden.

Der Patient kann das verordnete Originalpräparat erhalten, wenn er dieses privat zahlt.

Diese Antwort ist falsch.

Der Patient kann das verordnete Palexia-Original erhalten, sofern es als Wunschverordnung von Ihm privat gezahlt wird. Ansonsten ist die Apotheke verpflichtet, eines der rabattierten Importe abzugeben.

Das Original kann nur abgegeben werden, wenn die rabattierten Importe nicht lieferbar sind.

Diese Antwort ist richtig.

Das verordnete Original kann zwar nach § 4 Abs. 4 Rahmenvertrag abgegeben werden, falls die Rabattartikel nicht lieferbar sind, aber es kann auch im Rahmen einer Wunschverordnung an den Patienten abgegeben werden.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

In der Abgabefrage des Monats für den Monat Januar wurde nach der falschen Aussage gefragt. Da die dritte Aussage falsch ist, ist sie hier folglich die gesuchte und damit die richtige Antwort!

Ist ein Originalprodukt wie Palexia mit einem Aut-idem-Kreuz verordnet, dann schützt dies nicht vor dem Austausch gegen einen rabattierten Import. Importe und bezugnehmende Originale gelten rechtlich als „das Gleiche“ und sind daher auch bei gesetztem Aut-idem-Kreuz austauschbar. Möchte der Patient keinen Import, dann kann er das Original dennoch erhalten, wenn er es privat bezahlt. Geregelt ist die Abgabe von Wunscharzneimitteln in § 4 (4a) des Rahmenvertrags.
Das Originalrezept wird in diesem Fall mit der Sonder-PZN 02567024 und dem Faktor 7 bedruckt. (Achten Sie darauf, dass der Faktor immer dreistellig angegeben werden muss, je nachdem an welcher Stelle der Verordnung die Wunscharznei steht). Im Taxfeld wird der Betrag „0“ eingetragen.
Der Versicherte erhält eine Kopie des bedruckten Verordnungsblattes mit einem Beleg des von ihm bezahlten Betrages.
Die Apotheken erhalten für ihre Aufwendungen in diesem Zusammenhang, insbesondere für die Verarbeitung des Verordnungsblattes, eine Pauschale in Höhe von 0,50 Euro zuzüglich MwSt. je Verordnungsblatt.

Das Original kann entweder abgegeben werden, wenn die rabattierten Importe nicht lieferbar sind (§ 4 Absatz 4 Rahmenvertrag), aber auch, wie oben erwähnt, als Wunscharznei. Für Ersatzkassen wäre die Abgabe des Originals zusätzlich noch möglich, wenn der Arzt die Verordnung mit dem Hinweis „aus med. therapeutischen Gründen“ bestätigt.