Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Wie wird diese Verordnung korrekt beliefert?

Ihnen wird in der Apotheke oben dargestelltes Rezept am Tage des Ausstellungsdatums (01.10.18) vorgelegt.

Die kleinste im Handel befindliche Packung ist eine 2er-Packung ohne N-Kennzeichen. Die N1-Packung beinhaltet 10 Stück.

Die Lösung zur Frage:
Darf die verordnete 10er-Packung abgegeben werden?

Nein, es darf nur die kleinste Packung mit 2 Stück abgegeben werden.

Diese Antwort ist falsch.

Eine Kürzung der Menge auf 2 Stück ist nicht erforderlich.

Ja, die verordnete N1-Packung mit 10 Stück darf abgegeben werden.

Diese Antwort ist richtig.

Bei dieser Verordnung im Rahmen des Entlassmanagements ist die Abgabe der N1-Packung mit 10 Stück erlaubt.

Nein, denn es fehlt die Stückzahl auf der Verordnung. Diese muss vor der Belieferung von der Arztpraxis ergänzt werden.

Diese Antwort ist falsch.

Für die Belieferung des Rezeptes ist eine vorherige Rücksprache mit dem Arzt nicht erforderlich.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Rechtliche Vorgaben und Rezeptformalien

Das Entlassmanagement regelt die Versorgung der Patienten beim Übergang von der stationären zur ambulanten Versorgung z. B. durch den Hausarzt. Dazu können Klinikärzte den Patienten bei ihrer Entlassung Kassenrezepte zur Einlösung in der öffentlichen Apotheke mitgeben.

Regelungen zum Entlassmanagement sind vor allem verankert in folgenden Verträgen:

  • Ergänzende Bestimmungen zum Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 SGB V im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V
  • vdek-Arzneiversorgungsvertrag (gültig für Ersatzkassen = TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, HEK, hkk)
  • Jeweils gültige Arzneilieferverträgen der Primärkassen
  • § 9 (2) der Arzneimittel-Richtlinie

Hinsichtlich der Rezeptformalien, der Gültigkeit und der Verordnung bestimmter Packungsgrößen bestehen Vorgaben, die auch für die Apotheke von Bedeutung sind. Denn diese hat eine Prüfpflicht, ob das Rezept „ordnungsgemäß“ ausgestellt wurde.

Packungsgrößen und Mengen

Im Rahmen des Entlassmanagements ist die Verordnung von Arzneimitteln auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung zu begrenzen (vgl. § 4 (1) der Ergänzungsvereinbarung zum Rahmenvertrag):

„Im Rahmen des Entlassmanagements ist eine Arzneimittelpackung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen, das gemäß Packungsgrößenverordnung bestimmt wurde, oder eine kleinere Packung abzugeben. Dabei darf die verordnete Menge nicht überschritten werden. Ist das kleinste Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung nicht bestimmt, kann eine Packung abgegeben werden, die die Größe einer Packung mit dem nächst größeren bestimmten Packungsgrößenkennzeichen nicht übersteigt“

Für das verordnete Clexane-Präparat ergeben sich nach der Packungsgrößenverordnung folgende Normbereiche:

Bildquelle: DAP

Die verordnete 10er-Packung fällt in den N1-Bereich, der gleichzeitig der kleinste definierte Normbereich ist, und kann daher abgegeben werden. Eine Kürzung der Menge auf die kleinste im Handel befindliche Packung mit 2 Stück ist nicht erforderlich. Ebenso ist eine vorherige Rücksprache mit dem Arzt bzw. die Ergänzung der Menge „10 St.“ durch den Arzt unnötig, da nur eine Packung mit N1 im Handel ist.

Services zum Thema „Entlassmanagement“

Haben Sie noch Fragen zum Entlassmanagement und benötigen Unterstützung bei der Rezeptbelieferung? Dann nutzen Sie den neuen FAQ-Folder zum Entlassmanagement, der viele wichtige Fragen zum Thema und zur Rezeptbelieferung beantwortet. Zudem finden Sie in der Rubrik „DAP Retax-Arbeitshilfen“ verschiedene Arbeitshilfen zum Thema.

SADE.ENO.18.09.2620