Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Darf dieses BtM-Rezept so beliefert werden?

Ihnen wird in der Apotheke im Rahmen der gültigen Belieferungsfrist oben dargestelltes BtM-Rezept vorgelegt.

Die Lösung zur Frage:
Erfüllt dieses BtM-Rezept alle Formalien nach § 9 der BtMVV und darf so beliefert werden?

Nein, diese Angabe der Dosierung ist nicht ausreichend – sie muss konkret formuliert werden.

Diese Antwort ist leider falsch.

Diese Angabe der Dosierung bzw. der Hinweis auf eine schriftliche Gebrauchsanweisung ist nach § 9 der BtMVV ausreichend.

Ja, das BtM-Rezept erfüllt alle von § 9 der BtMVV geforderten Kriterien und darf daher ohne Änderung beliefert werden.

Diese Antwort ist leider falsch.

Das BtM-Rezept erfüllt nicht alle Kriterien – es fehlt ein „A“ für die Überschreitung der Höchstmenge des Wirkstoffes Tapentadol (Höchstmenge 18.000 mg).

Nein, auf dem BtM-Rezept fehlt das Kennzeichen „A“ für die Überschreitung der Höchstmenge des Wirkstoffes Tapentadol – dieses muss vor Belieferung nachgetragen werden.

Diese Antwort ist richtig.

Die zulässige Höchstmenge für Tapentadol von 18.000 mg ist mit dieser Verordnung überschritten, so dass ein „A“ auf dem Rezept erforderlich ist.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Die Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) gibt in § 9 vor, welche Angaben auf einem BtM-Rezept erforderlich sind. Diese Angaben werden auch auf der DAP Retax-Arbeitshilfe „Erforderliche Angabe auf dem BtM-Rezept“ zusammengefasst:

Gebrauchsanweisung

Hinsichtlich der Angabe der Dosierung ist entweder eine exakte Dosierung mit Einzel- oder Tagesgabe gefordert oder der Hinweis auf eine schriftliche Gebrauchsanweisung. Wie dieser Hinweis genau lauten muss, ist nicht angegeben. Der Hinweis „Gemäß schriftlicher Gebrauchsanweisung“ ist daher völlig ausreichend.

Kennzeichen

Auf diesem BtM-Rezept ist die Angabe eines „A“ erforderlich, da die Höchstmenge des in Palexia enthaltenen Wirkstoffes Tapentadol bereits mit dieser Verordnung überschritten ist. Die Höchstmengen, die ein Arzt innerhalb von 30 Tagen für einen Patienten verordnen darf, sind in § 2 der BtMVV aufgeführt:

Für Tapentadol gilt eine Höchstmenge von 18.000 mg, die mit der verordneten 100-Stück-Packung bereits überschritten wird:

Berechnung: 100 x 200 mg = 20.000 mg ➔ Überschreitung der Höchstmenge von 18.000 mg

Daher ist ein „A“ auf dem BtM-Rezept aufzubringen, bevor es abgerechnet werden darf.

Darf das fehlende „A“ vom Apotheker nachgetragen werden?

Der Apotheker hat die Möglichkeit, das fehlende Kenn­zeichen nach Rück­sprache mit dem Arzt selber auf Teil I + II des BtM-Rezeptes zu ergänzen. Diese Ergänzung muss mit Datum und Unterschrift abgezeichnet werden. Der Arzt hat im Gegenzug die Ergänzung auf seinem Teil der Verordnung (Teil III) vorzunehmen.

Richtige Abgabe

Nach Rücksprache mit dem Arzt und Ergänzung des Kennzeichens „A“ auf dem BtM-Rezept darf das verordnete Palexia an den Patienten abgegeben werden.