Lösung der Abgabe-Frage

Das Thema lautete:
Isoket Salbe: Darf das Rezept so beliefert werden?

In der Apotheke wird Ihnen oben dargestelltes Rezept vorgelegt.

Ihnen fällt auf, dass die Gebrauchsanweisung sowie die genaue Zusammensetzung der Salbe auf der Verordnung fehlen.

Die Lösung zur Frage:
Wie gehen Sie vor?

Die Gebrauchsanweisung sowie die Zusammensetzung der Salbe können nach Rücksprache mit dem Arzt ergänzt werden.

Diese Antwort ist richtig.

Beide Angaben dürfen nach Rücksprache mit dem Arzt ergänzt werden. Die ergänzten Angaben müssen zusätzlich mit Datum und Unterschrift versehen werden.

Das Rezept darf, so wie es vorliegt, beliefert werden.

Diese Antwort ist leider falsch.

Auf der Verordnung fehlen wichtige Angaben, die vor der Abgabe mit dem Arzt zu klären sind.

Ein neues Rezept muss vom Arzt angefordert werden. Ohne neue ärztliche Angaben darf das Rezept nicht beliefert werden. 

Die Antwort ist falsch.

Die fehlenden Angaben müssen nicht zwingend vom Arzt ergänzt werden.

Erklärung

Auflösung der Abgabefrage des Monats

Ohne Ergänzung der fehlenden Daten sollte das Rezept nicht abgerechnet werden. In § 3 Absatz 1 Punkt 3 des Rahmen­vertrages zwischen dem GKV-Spitzen­verband und dem Deutschen Apotheker­verband e. V. ist genau geregelt, was bei (Rezeptur-)Verordnungen nach Rücksprache mit dem Arzt vom Apotheker ergänzt werden darf.

3 (1) Punkt 3 Rahmenvertrag – Zahlungs- und Lieferanspruch

„Der durch Normverträge näher ausgestaltete gesetzliche Vergütungs­anspruch des Apothekers entsteht im Gegenzug für die Erfüllung der öffentlich-rechtlichen Leistungs­pflicht mit Belieferung einer gültigen ordnungs­gemäßen vertrags­ärztlichen Verordnung. Der Vergütungs­anspruch des Apothekers entsteht trotz nicht ordnungs­gemäßer vertrags­ärztlicher Verordnung oder Belieferung dann, wenn […]

  • es sich um einen unbedeutenden, die Arzneimittel­sicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Versorgung nicht wesentlich tangierenden, insbesondere formalen Fehler handelt. Dies ist insbesondere der Fall, wenn […]

3. Verordnungen, die einen für den Abgebenden erkennbaren Irrtum enthalten, unleserlich sind oder § 2 Absatz 1 Nr. 1–7 AMVV bzw. § 9 Absatz 1 Nr. 1–8 BtMVV – unbeschadet der jeweils anwendbaren Gültigkeitsdauer – nicht vollständig entsprechen und der Abgebende nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt die Angaben korrigiert oder ergänzt.1 Korrekturen und Ergänzungen sind durch den Abgebenden auf dem Verordnungsblatt zu vermerken und abzuzeichnen. […]


1 Hierdurch sind folgende Angaben auf dem Verordnungsblatt erfasst:

  1. Name, Vorname, Berufsbezeichnung und Anschrift der Praxis oder der Klinik der verschreibenden Person (BtMVV: einschließlich Telefonnummer),
  2. Datum der Ausfertigung, Ausstellungsdatum,
  3. Name und Geburtsdatum der Person (BtMVV: zusätzlich Anschrift), für die das Arzneimittel bestimmt ist,
  4. Bezeichnung des Fertigarzneimittels oder des Wirkstoffes einschließlich der Stärke (BtMVV: sofern zusätzlich notwendig: Bezeichnung und Gewichtsmenge des enthaltenen Betäubungsmittels je Packungseinheit bei abgeteilten Zubereitungen je abgeteilter Form),
  5. Bei Rezepturarzneimitteln die Zusammensetzung nach Art und Menge oder die Bezeichnung des Fertigarzneimittels, von dem Teilmengen abgegeben werden sollen,
  6. BtMVV: Menge des verschriebenen Arzneimittels in Gramm oder Milliliter, Stückzahl der abgeteilten Form,
  7. Darreichungsformen, sofern Angabe zusätzlich notwendig,
  8. BtMVV: Kennzeichnungspflichten nach § 19 Nr. 6 mit A, S, Z, K, N, BtMVV:
  9. Der Vermerk „Praxisbedarf" anstelle der Angaben des Patienten und der Gebrauchsanweisung,
  10. Gebrauchsanweisung bei Rezepturarzneimitteln (BtMVV: mit Einzel- und Tagesangabe).“

Die Ergänzungen der Apotheke sollten zudem mit Unterschrift und Datum durch denjenigen, der die Korrektur vornimmt, versehen werden.

Zusatzinfo

ISDN-Salbenrezeptur – Alternative zum Fertigarzneimittel Isoket®

Isoket®-Salbe zur Prophylaxe und Langzeitbehandlung der Angina pectoris ist bereits seit dem 1. Februar 2010 außer Vertrieb. Das Mittel wurde „off label“ zur Behandlung von Anal­fissuren und bei der Weißfinger­krankheit (Raynaud-Syndrom) eingesetzt. Alternativ kann seitdem eine Isosorbiddinitrat(ISDN)-Rezeptur angefertigt werden. Als Ausgangsstoff ist ISDN in einer 40-prozentigen Laktose-Verreibung verfügbar. Daraus können wasserfreie Salben oder hydrophile Cremes hergestellt werden. Als Grundlagen eignen sich dafür Vaselinum album oder DAC Basiscreme. Rezepturformeln und weitere Informationen dazu findet man auch im NRF unter Isosorbiddinitrat (NRF 5.9 Hydrophile Isosorbiddinitrat-Rektalcreme 1 %).