Tag der Organspende: Vor-Ort-Apotheken können wichtige Aufklärungsarbeit leisten
Am ersten Samstag im Juni findet jährlich der Tag der Organspende statt – ein Anlass, der auch Vor-Ort-Apotheken die Möglichkeit bietet, Patientinnen und Patienten über Organspenden zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Der Bedarf an Spenderorganen bleibt in Deutschland weiterhin hoch: Ende 2025 warteten rund 8.200 Menschen auf ein Spenderorgan, etwa drei Viertel davon auf eine Niere. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 985 postmortale Organspenderinnen und -spender, durch deren Spende insgesamt 3.020 Organe entnommen und transplantiert werden konnten.
Organspende auch im hohen Alter möglich
Vielen Menschen ist zudem nicht bewusst, dass es für die Organspende keine feste Altersgrenze gibt. Entscheidend ist nicht das kalendarische Alter, sondern der gesundheitliche Zustand der Organe. Selbst Menschen jenseits des 80. Lebensjahres können noch Organe spenden. Die bislang älteste Organspenderin Deutschlands war 98 Jahre alt und ihre Leber konnte erfolgreich transplantiert werden.
Insbesondere Nieren und Lebern älterer Menschen eignen sich häufig weiterhin für eine Transplantation. Für Nierentransplantationen existiert mit dem „European Senior Program“ zudem ein spezielles Vermittlungsprogramm für Menschen über 65 Jahre.
Auch Vorerkrankungen schließen eine Organspende nicht grundsätzlich aus. Nur wenige Erkrankungen gelten als Ausschlussgründe, etwa bestimmte akute Tumorerkrankungen oder nicht behandelbare Infektionen. Ob eine Organspende möglich ist, wird immer individuell medizinisch geprüft.
Apotheken können niedrigschwellig informieren
Vor-Ort-Apotheken können rund um den Tag der Organspende niedrigschwellig informieren – etwa durch das Auslegen von Organspendeausweisen und Informationsmaterialien oder durch Hinweise auf das digitale Organspende-Register. Bereits kurze Gespräche können dazu beitragen, dass sich Menschen bewusst mit dem Thema auseinandersetzen und eine persönliche Entscheidung treffen.
„Jede dokumentierte Entscheidung zur Organspende ist wichtig, unabhängig davon, wie sie ausfällt“, betont die Deutsche Stiftung Organtransplantation. „Vor-Ort-Apotheken können Menschen dabei unterstützen, sich niedrigschwellig mit dem Thema auseinanderzusetzen.“
Unter www.organspende-info.de finden interessierte Bürgerinnen und Bürger umfassende Informationen rund um das Thema Organspende. Kostenlose Broschüren und Organspendeausweise können Apotheken zudem beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bestellen.
Auf den Materialien des BIÖG sowie auf den Organspendeausweisen ist außerdem die Nummer des gebührenfreien Infotelefons Organspende angegeben. Für weitergehende medizinische Beratungen stehen Hausärztinnen und -ärzte als Ansprechpartner zur Verfügung.
Quellen:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, www.organspende-info.de: Statistiken zur Organspende
Deutsche Stiftung Organtransplantation, dso.de/dso/
