Fentanyl-Pflaster bei Hitze
Fentanyl ist ein stark wirksames Opioidanalgetikum bei starken oder chronischen Schmerzen. Als transdermales Pflaster ermöglicht es eine kontrollierte, langanhaltende Wirkstofffreisetzung über mehrere Tage. Neben potenziellen Wechselwirkungen spielt jedoch auch Hitze eine Rolle: Eine erhöhte Hauttemperatur kann zu einer erhöhten Wirkstofffreisetzung führen und entsprechende Gegenmaßnahmen erforderlich machen.
Fentanyl ist ein Opioidanalgetikum, das vor allem zur Behandlung starker oder chronischer Schmerzen (z. B. Tumor- oder Verbrennungsschmerzen) eingesetzt wird und etwa 100-mal potenter als Morphin ist.1 Als transdermales Pflaster wird Fentanyl kontinuierlich über eine Polymermatrix sowie ein Wirkstoffdepot in den oberen Hautschichten abgegeben, wobei nach etwa 12–24 Stunden ein für ca. 72 Stunden konstanter Serumspiegel erreicht wird und die Halbwertszeit nach einer 72-stündigen Applikation etwa 20–27 Stunden beträgt.1,2 Abgebaut wird Fentanyl überwiegend in der Leber über das Enzym CYP3A4 zu Norfentanyl, welches anschließend renal ausgeschieden wird.1
Neben Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wie Benzodiazepinen (Atemdepression), MAO-Hemmern (ZNS-Effekte) und Cimetidin (CYP3A4-Hemmer) ist auch eine mögliche Erhöhung der Hauttemperatur ein wichtiger zu berücksichtigender Aspekt.1,2 Diese kann durch Fieber oder äußere Wärmequellen wie Wärmflaschen, heiße Bäder, Heizdecken oder hohe Außentemperaturen im Sommer entstehen.2 Durch die erhöhte Temperatur kann die transdermale Freisetzung von Fentanyl ansteigen, wodurch das Risiko einer verstärkten Wirkung mit Symptomen wie starker Schläfrigkeit, Schwindel, Verwirrtheit, vermindertem Bewusstseinsgrad, stecknadelgroßen Pupillen, Atemdepression, Atemnot, verlangsamter Atmung und Hypotonie besteht.
Bei Verdacht sollte das Pflaster entfernt und insbesondere bei Zeichen einer Überdosierung, wie Atemdepression, ein Opioid-Antagonist wie Naloxon verabreicht werden. Da dessen Wirkung kürzer als die von Fentanyl sein kann, ist ggf. eine wiederholte Gabe erforderlich. Aufgrund der Depotfreisetzung sollte zudem etwa 24 Stunden auf Nebenwirkungen geachtet werden. Die rasche Aufhebung der Opioidwirkung kann ebenfalls zu plötzlich einsetzenden Schmerzen führen.
In schweren Fällen können zusätzliche Maßnahmen wie eine Atemwegssicherung sowie eine unterstützende Beatmung notwendig sein. Bei Hypotonie kann zudem eine intravenöse Flüssigkeitstherapie erforderlich werden.
Quellen:
1 Gelbe Liste (2024). Fentanyl. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Fentanyl_1686
2 ratiopharm. Fachinformation: Fentanyl-ratiopharm Matrixpflaster transdermales Pflaster. Stand: Mai 2025
