Aluminium in Therapie­allergenen: PEI sieht kein neues Sicher­heits­risiko

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat den aktuellen Kenntnis­stand zur Sicher­heit von aluminium­haltigen Therapie­allergenen bewertet. Solche Präparate werden im Rahmen der subkutanen Allergen-Immun­therapie einge­setzt, etwa bei allergischer Rhinitis, allergischem Asthma oder Insekten­gift­allergien.

Aluminium­hydroxid wird bereits seit vielen Jahr­zehnten als Adjuvans in Produkten zur subkutanen Allergen-Immun­therapie (AIT) verwendet. Die Allergene sind dabei an das schwer­lösliche Aluminium­hydroxid gebunden und wirken zugleich als Depot und Wirk­verstärker. Zurzeit sind in Deutschland 43 Therapie­allergene zur subkutanen Anwendung zuge­lassen, von denen 79 % Aluminium­hydroxid als Adjuvans enthalten. Die anderen 21 % enthalten entweder kein Adjuvans oder sie enthalten als Adjuvans L-Tyrosin oder eine Kombi­nation aus L-Tyrosin und Mono­phosphoryl-Lipid-A.

Aluminium wird immer wieder kritisch diskutiert und kann somit auch in Apo­theken zu Verun­sicherung bei Patien­tinnen und Patienten führen, die eine Hypo­sensibili­sierung beginnen oder fort­führen. Für die Beratung ist daher wichtig: Nach Angaben des PEI liegen derzeit keine Daten aus klinischen Prüfungen oder der Spontan­erfassung von Neben­wirkungen vor, die eine Gefährdung von Kindern oder Erwachsenen durch eine sub­kutane Allergen-Immun­therapie mit aluminium­haltigen Therapie­allergenen zeigen. Auch neuere Modell­simulationen stützen diese Ein­schätzung.

Lokal können zwar Reaktionen an der Injektions­stelle auftreten, etwa Granulome; das Sensibili­sierungs­potenzial von Aluminium wird jedoch als sehr gering einge­schätzt. Auch hinsicht­lich einer möglichen systemischen Toxizität kommt das PEI zu einer beruhigenden Ein­schätzung. Aluminiumhaltige Adjuvanzien werden subkutan verab­reicht und nur langsam aus dem Gewebe freige­setzt; dadurch gelangt nicht die gesamte Menge gleich­zeitig in den Blut­kreis­lauf. Modellsimulationen für eine 5-jährige subkutane AIT bei Kindern ab 5 Jahren und Erwachsenen zeigten zwar einen moderaten Anstieg der Aluminium­konzentrationen in Plasma und Knochen, dieser wurde jedoch als vorüber­gehend und unter­halb toxischer Bereiche bewertet. Der vorher­gesagte Anstieg im Gehirn war minimal.

Der Beitrag aluminiumhaltiger Therapie­allergene zur lebens­langen Aluminium­belastung im Vergleich zu anderen Quellen wird vom PEI als gering bewertet und vor dem Hinter­grund des therapeu­tischen Nutzens als vertretbar einge­schätzt. In zwei Fällen sollte jedoch das Risiko einer erhöhten Aluminium­belastung in der Therapie­entscheidung mit einbe­zogen werden:

  • Bei gleichzeitiger Behandlung einer Patientin oder eines Patienten mit mehreren Allergen­präparaten
  • Bei Verlängerung der Therapie bis hin zu einer lebens­langen Anwendung, wie sie in speziellen Fällen bei Insekten­gift­allergien vorkommen kann

 


Quelle:
PEI: Sicherheits­bewertung von Aluminium in Therapie­allergenen, Stand: 22.04.2026, https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/2026/ablage2026/2026-04-22-sicherheitsbewertung-von-aluminium-in-therapieallergenen.html

Bildquelle: Trsakaoe – stock.adobe.com