Rezeptur

Individuelle Captopril-Lösung für Kinder: was bei der Herstellung zählt

Wenn bei Kindern Blut­hoch­druck behandelt werden muss, kommen oft ACE-Hemmer wie Captopril zum Einsatz. Doch nicht immer ist ein geeig­netes Fertig­arznei­mittel verfüg­bar. Gerade für kleine Kinder fehlt es häufig an alters­ge­rechten Dar­reichungs­formen. In solchen Fällen kann eine individuell her­ge­stellte Lösung eine sinnvolle Alter­na­tive sein. Dabei zählt vor allem eines: die sorg­fältige Zube­reitung.

Captopril gehört zu den gut erprobten Wirkstoffen bei Bluthochdruck. Als einer der ersten ACE-Hemmer wirkt es direkt und muss – anders als viele andere Vertreter dieser Stoffgruppe – nicht erst im Körper aktiviert werden. Die Substanz sorgt durch Eingriff ins Renin-Angiotensin-Aldosteron-System für eine Erweiterung der Gefäße, senkt den Blutdruck und entlastet das Herz-Kreislauf-System. Besonders bei Kindern gelten Captopril, Enalapril und Ramipril als Mittel der Wahl.

Ist kein geeignetes Fertigarzneimittel im Handel, lässt sich auf eine standardisierte Rezeptur zurückgreifen, etwa aus dem DAC/NRF. Neben kindgerecht dosierten Kapseln ist auch eine wässrige Lösung eine gängige Option.

Fein abgestimmter Herstellungsprozess

Für die Captopril-Lösung werden vier Bestandteile verwendet: Captopril, Ascorbinsäure (zur Stabilisierung), Kaliumsorbat (als Konservierungsmittel) und gereinigtes Wasser. Entscheidend für die Qualität der Lösung ist die Reihenfolge bei der Herstellung. Denn wenn alle Feststoffe gleichzeitig eingerührt werden, besteht die Gefahr, dass sich die Sorbinsäure nicht richtig löst und ausfällt, was die Stabilität der Lösung beeinträchtigen kann.

Der empfohlene Ablauf

Zuerst wird Kaliumsorbat in einem Großteil des Wassers vollständig gelöst. Anschließend folgen – unter ständigem Rühren – Ascorbinsäure und Captopril. Zum Schluss wird mit Wasser auf die gewünschte Endmenge aufgefüllt. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Lösung homogen und haltbar bleibt.