Rezepturtipp

Aufgepasst: Atropin-Augentropfen sind lichtempfindlich!

Atropin ist ein Racemat aus D- und L-Hyoscyamin und stammt aus Nacht­schatten­gewächsen wie der Tollkirsche. Als kompetitiver Antagonist an muskari­nischen m-Cholinozeptoren beein­flusst es die Pupillen­reaktion und die Akkommodation. Welche Besonder­heiten bei der Herstellung von Augen­tropfen zu beachten sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Atropin­sulfat wird in wäss­riger Form als Augen­tropfen zur Pupillen­erweiterung (Mydriatikum) und zur vor­über­gehenden Lähmung der Akkommodation (Zykloplegikum) einge­setzt. Für die Konzentrationen 0,5 %, 1 % und 2 % gibt es mit NRF 15.2. eine standardisierte Rezeptur­vor­schrift. In einer Konzentration von 0,01 % (NRF 15.34.) dient es zur Myopie-Prophylaxe bei Kindern.

Da Atropin­sulfat in wässriger Lösung licht­empfind­lich ist, müssen geeignete Pack­mittel ver­wendet werden. Sterilisierte Augen­tropfen­flaschen aus Braun­glas mit flexiblem Tropfer aus Brom- oder Chlorbutyl­kautschuk und solche aus Polyethylen kommen infrage.

Polyethylen­flaschen mit Atropin­sulfat-Augen­tropfen (NRF 15.2.) sind entweder licht­geschützt zu lagern oder ent­sprechend zu verpacken. Sowohl die Arznei­buch­monographie als auch die NRF-Vor­schrift 15.34. fordern einen Licht­schutz für in Kunst­stoff­flaschen abge­füllte Augen­tropfen. In der DAC/NRF-Ausgabe 2024/2 wurde dieser Hinweis folge­richtig in die NRF-Vorschrift 15.2. aufge­nommen.