Aktuelles

Eck­punkte der Apotheken­reform vorge­stellt

Bundes­gesund­heits­ministerin Nina Warken (CDU) hat am Diens­tag in Düssel­dorf auf dem 75. Apotheker­tag die mit Spannung erwarteten Eck­punkte der geplanten Apotheken­reform vorge­stellt. Ziel der Reform ist es, die Ver­sorgungs­sicherheit lang­fristig zu sichern und Apotheken, ins­besondere in länd­lichen Regionen, wirt­schaft­lich zu stärken. Kernpunkte der Reform sind eine neue Ver­gütungs­struktur, der Erhalt des flächen­deckenden Apotheken­netzes, Bürokratie­abbau sowie die stärkere Nutzung pharma­zeutischer Kompe­tenzen.

Die Apotheken­vergütung soll künftig nicht nur gesetz­lich fest­gelegt, sondern auch durch Ver­handlungen innerhalb der Selbst­ver­waltung ange­passt werden können. Zudem sollen handels­übliche Skonti wieder möglich werden. Auch die Nacht- und Not­dienst­pauschale wird deutlich ange­hoben. Der bisherige pDL-Zuschlag in Höhe von 20 Cent pro Packung wird dazu auf die Nacht- und Not­dienst­vergütung umver­teilt.

Um den Beruf attraktiver zu machen, werden PTA mehr Ver­ant­wortung über­nehmen können. Nach 2-jähriger Weiter­quali­fizierung sollen sie eine Befähigung zur zeit­lich begrenzten Ver­tretung der Apotheken­leitung erwerben können.

Wichtige Ent­lastungen betreffen den Büro­kratie­abbau: Die Austausch­möglichkeiten von Arznei­­mitteln werden erweitert, Null­­retaxationen der GKV auf­grund von formalen Fehlern sollen ausge­schlossen werden und die Öffnungs­­zeiten können flexibler an regionale Bedürf­nisse ange­passt werden.

Darüber hinaus sollen Apotheken ihre Rolle in der Gesund­heits­ver­sorgung ausbauen. Geplant ist die Aus­weitung von Impf­angeboten auf alle Tot­impf­stoffe, die Durch­führung ein­facher diagnos­tischer Tests und die erweiterte Ab­gabe ver­schreibungs­pflichtiger Medi­ka­mente in definierten Fällen ohne vorherigen Arzt­besuch. Pharmazeutische Dienst­leistungen sollen künftig direkt mit den Kranken­kassen abge­rechnet und in der elektro­nischen Patienten­akte doku­mentiert werden können.

Die von Bundes­gesund­heits­ministerin Warken vorge­stellten Inhalte ent­sprechen zu einem großen Teil den Forderungen der Apotheker­schaft, mit der so dringend benötigten An­hebung des Fixums ist in diesem Jahr aller­dings nicht mehr zu rechnen. Diese lege sie sich auf Vorlage für das kommende Jahr, so die Ministerin.