Gelbe Wurzel mit großer Wirkung

Was Kurkuma kann

Kurkuma (Curcuma longa L.), auch Gelber Ingwer genannt, ist eine aus Süd­asien stam­mende Heil­pflanze, deren Wurzel seit über 2.000 Jahren in der indischen Ayurveda sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ver­wendet wird.

Was die Pflanze so besonders macht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

In der Ayurveda gilt Kurkuma als Mittel zur Reinigung des Körpers, Förderung der Verdauung und Unterstützung von Leber- und Gallenfunktion. In der TCM wird Kurkuma („Jiang Huang“) eingesetzt, um Qi-Stagnationen zu lösen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu behandeln. Diese traditionellen Anwendungsgebiete entsprechen weitgehend dem heutigen pharmakologischen Verständnis über die (Aus-)Wirkungen von Kurkuma auf Verdauung, Entzündungen und antioxidativen Stress.

Kurkuma – Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Kurkumarhizoms sind Curcuminoide (v. a. Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin) sowie ätherische Öle mit Sesquiterpenen wie Ar-Turmeron. Curcumin gilt als Hauptwirkstoff, weist jedoch eine geringe orale Bioverfügbarkeit auf. Moderne galenische Ansätze – etwa die Kombination mit Piperin, liposomale und phytosomale Formulierungen – können die Resorption deutlich verbessern.

Wirkweise und Dosierung

Curcuminoide sind vielseitig einsetzbar: Sie wirken antioxidativ, antientzündlich, antimikrobiell und möglicherweise antineoplastisch. Die antiinflammatorische Wirkung beruht unter anderem auf der Hemmung von NF-κB, COX-2 und proinflammatorischen Zytokinen. Einige klinische Studien zeigen positive Effekte insbesondere bei funktionellen dyspeptischen Beschwerden, Arthrose und chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Die Datenlage hierzu ist allerdings noch ausbaufähig.

In der modernen Phytotherapie wird Kurkuma als standardisierter Extrakt in Dosen von etwa 500–1.500 mg Curcuminoiden pro Tag eingesetzt. Die Verträglichkeit gilt dabei als gut. Vereinzelt können gastrointestinale Beschwerden auftreten. Vorsicht ist bei Gallenwegsobstruktionen und gleichzeitiger Einnahme von Blutgerinnungshemmern geboten.

Moderne vs. Tradition

Kurkuma verbindet eine jahrtausende­alte medizinische Tradition mit wachsendem wissenschaftlichem Interesse und pharma­kologischem Potenzial. Für die Beratung in der Apotheke stellt die Wurzel ein viel­ver­sprechendes Phyto­therapeutikum dar, das insbe­sondere bei chronisch-ent­zündlichen und funktionellen Erkrankungen ergänzend einge­setzt werden kann.