Arzneipflanze des Jahres – Achillea millefolium

Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist seit der Antike für ihre viel­seitige thera­peu­tische Wirk­sam­keit bekannt. Nun wurde sie vom Studien­kreis der Ent­wick­lungs­geschichte der Arznei­pflanzen­kunde in Würzburg zur Arznei­pflanze des Jahres gewählt.

Was diese Heil­pflanze so be­sonders macht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Besonders im Bereich funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen hat sich die Pflanze aufgrund ihrer komplexen Inhaltsstoffzusammensetzung bewährt. Die wichtigsten pharmakologisch aktiven Komponenten sind Bitterstoffe, ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe, die synergistisch wirken.

Bitterstoffe wie Achillein regen die Produktion von Verdauungssäften an und fördern so Appetit sowie die enzymatische Aufschlüsselung der Nahrung. Gleichzeitig zeigen Flavonoide und die ätherischen Öle (insbesondere Azulene und Cineol) krampflösende Effekte auf die glatte Muskulatur des Verdauungstrakts. Dadurch kann die Schafgarbe gezielt bei krampfartigen Beschwerden, Blähungen sowie dyspeptischen Symptomen eingesetzt werden.

Aktuelle Studien deuten zudem auf entzündungshemmende Eigenschaften hin, etwa durch Modulation der COX-2-Aktivität und Hemmung von Entzündungsmediatoren.1

Die Anwendung erfolgt klassischerweise als Teeaufguss oder in Form standardisierter Extrakte, häufig in Kombination mit anderen verdauungsfördernden Arzneipflanzen. Aufgrund des Gerbstoffgehalts kann die Schafgarbe zusätzlich adstringierend wirken, was auch bei Durchfällen unterstützend sein kann. Insgesamt ist die Verträglichkeit gut, allergische Reaktionen bei Empfindlichkeit gegenüber Korbblütlern sind jedoch möglich.
 


1 Li et al. Guaianolides from Achillea millefolium L. and their anti-inflammatory activity. Phytochemistry 2023; 210: 113647. doi: 10.1016/j.phytochem.2023.113647