Zeckensaison
Kaum wird es warm, sind sie schon da: Zecken. Die kleinen Blutsauger können schwere Krankheiten wie Lyme-Borreliose und FSME übertragen. Durch die Zuwanderung neuer Arten kommen neue Probleme hinzu. Repellents und lange Kleidung können Zecken jedoch fernhalten.

Sobald die Temperaturen im Frühjahr ansteigen, beginnt die Zeckensaison: Schon ab 7 °C werden sie aktiv und begeben sich auf die Suche nach ihrer Nahrung Blut. Meist lauern sie ihrem Wirt in hohem Gras oder von niedrigen Buschrändern aus auf. Zur Erkennung ihrer Beute besitzt die Zecke ein spezielles Sinnesorgan – das Hallersche Organ. Mit diesem nimmt sie Gerüche, Bewegungen und Wärme wahr. Ist die Zecke auf einen Wirt gelangt, kann es aber mehrere Stunden dauern, bis sie anfängt, Blut zu saugen. Daher ist es besonders wichtig, den Körper nach Wanderungen in Wiesen und Wäldern nach Zecken abzusuchen. Auf diesem Weg lassen sich „Zeckenbisse“, die eigentlich Stiche sind, möglicherweise verhindern. Die meistverbreitete Zecke in Deutschland und großen Teilen Europas ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zeckenart lebt im Wald und an Waldrändern, in Wiesen, Gärten und Parks. Sie ist Überträger von Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Der richtige Schutz vor Blutsaugern
Bei Aufenthalten in der Natur – in hohem Gras, Gebüsch oder Unterholz – sollte sich jeder vor Zeckenstichen schützen. Dafür stehen Repellents zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um chemische Substanzen, die auf Insekten und Spinnentiere wie Zecken abstoßend wirken, ohne ihnen zu schaden. Icaridin, Diethyltoluamid (DEET) und PMD (Para-Menthan-3,8-diol, auch Citriodiol) können prophylaktisch vor Zecken schützen, wobei unterschiedliche Wirkdauern zu beachten sind.
Icaridin gilt derzeit als das geeignetste Repellent für den deutschen Raum und ist zudem laut Weltgesundheitsorganisation Mittel der ersten Wahl in Malariagebieten. Bis zu acht Stunden werden Zecken damit ferngehalten. Anders als DEET greift Icaridin keine synthetischen Materialien und synthetische Kleidung an. Das genaue Wirkprinzip ist wie bei DEET nicht vollständig geklärt – am wahrscheinlichsten ist, dass ein schützender Duftmantel auf der Haut gebildet wird, der Zecken und Insekten fernhält. Icaridin ist zugelassen zur Anwendung bei Kindern ab zwei Jahren sowie Erwachsenen, nicht aber bei Schwangeren. Da Icaridin bereits in geringen Dosen Amphibienlarven abtöten kann, wenn es in Gewässer gelangt, sollte es möglichst nicht vor dem Baden angewendet werden.
DEET, das 1946 ursprünglich als militärischer Insektenschutz entwickelt wurde, ist eines der ältesten im Markt befindlichen Repellents. Es ist gut untersucht (besonders im Zusammenhang mit Malariamücken) und wird daher von der Stiftung Warentest für Risikogebiete empfohlen. Die Wirkdauer hängt von der Formulierung und Konzentration ab: Die in Deutschland übliche Konzentration von 30 % ist weltweit im Mittel angesiedelt. Zugelassen ist DEET zur Anwendung bei Kindern ab drei Jahren und Erwachsenen, für Schwangere ist es ebenfalls kontraindiziert. Es kann vorkommen, dass synthetische Materialien (Gummi, Trikotstoff) durch das Mittel angegriffen werden. Außerdem wurden in sehr seltenen Fällen bei falscher Anwendung bei Kindern Nebenwirkungen wie Enzephalopathien beobachtet. Daher sollte die Anwendung bei Kindern nur kurzfristig und kleinflächig stattfinden.
Para-Menthan-3,8-diol, oft PMD abgekürzt, ist die „natürliche“ Alternative: Es ist ein wesentlicher Bestandteil aus einem Extrakt des Zitroneneukalyptus (Corymbia citriodora). Es gilt als besonders hautverträglich und bietet bis zu sechs Stunden Schutz vor Zecken. Auch hier basiert die Wirkung auf der Überdeckung von Gerüchen. Für Reisen in Malariaregionen wird dennoch ein synthetischer Mückenschutz, z. B. Icaridin oder DEET, empfohlen.
Wichtig ist über den Zeckenschutz hinaus, dass nach Wanderungen oder Parkbesuchen der gesamte Körper nach Zecken abgesucht wird. Helle Kleidung hilft dabei, Zecken bereits frühzeitig zu erkennen, lange Ärmel und Hosenbeine erschweren es der Zecke, eine Stelle zum Stechen zu finden. Sollte eine Zecke gefunden werden, kann diese mittels einer Zeckenzange oder -karte entfernt werden.