Arzneipflanze des Jahres

Blutwurz, Tormentill, Auf­rechtes Finger­kraut – Namen hat die Heil­pflanze einige. Bekannt ist sie vielen dabei noch nicht, obwohl sie bereits seit der Antike für ihre heilsamen Eigen­schaften genutzt wird. Dieses Jahr wurde sie zur Arznei­pflanze des Jahres ernannt – und mit ihr erst­malig eine gerb­stoff­haltige Pflanze.

Bereits Hildegard von Bingen empfahl im 12. Jahr­hundert die Blut­wurz als Fieber­mittel. Hieronymus von Bock erkannte zudem 1551 die adstrin­gierende Wirkung der Pflanze und empfahl sie in seinem Kräuter­buch als Mittel bei Nasen­bluten und Menstruations­beschwerden.

Ihren Namen hat die Pflanze dem aus­tretenden roten Saft beim An­schnitt des Rhizoms zu verdanken. Die wirk­samen Inhalts­stoffe sind neben Gerb­stoffen der rote Farb­stoff Tormentol, das Glykosid Tormentillin, Flavonoide, Saponine und ätherische Öle. Der Saft der Pflanze wirkt im Labor­versuch hemmend auf das Wachs­tum von Bakterien und Viren. Blutwurz wirkt stark zusammen­ziehend, aus­trocknend und entzündungs­hemmend. Daher werden Zubereitungen des Tormentills gerne äußer­lich in Form von Spülungen und Sprays oder als Pinsel­lösungen bei ent­zündlichen Erkrankungen der Mund- und Rachen­schleimhaut, bei Ent­zündungen des Zahn­fleischs und anderen Erkrankungen des Rachens und des Kehl­kopfes verwendet. Innerlich kann Blutwurz bei akuten, un­spezifischen Durch­fall­erkrankungen einge­setzt werden.

Mittel nicht in Vergessenheit geraten lassen

Altbekannte Mittel dürfen nicht in Vergessen­heit geraten. Auch deshalb wählte der Studien­kreis der Uni Würzburg die Blut­wurz zur Arznei­pflanze des Jahres – denn auf­grund fehlender Studien zu Alt­bekanntem und mangelnden Patentierungs­möglichkeiten drohen diese Mittel aus dem Horizont des Bekannten zu ver­schwinden.