Raucherentwöhnung mit Cytisin

Das eine Kraut mit dem anderen ersetzen?!

Beim Gemeinen Goldregen (Laburnum anagyroides) handelt es sich um einen in Europa heimischen Baum, der seinen Namen von den gelb leuchtenden Blüten erhalten hat. Viele Pflanzenteile, besonders jedoch die Samen, enthalten allerdings giftige Alkaloide. Der zu diesen gehörende Stoff Cytisin wird jedoch seit 2020 in Deutschland zur Raucherentwöhnung eingesetzt.

Cytisin wirkt, indem es mit Nikotin bei stärkerer Bindungsaffinität um die gleichen Rezeptoren konkurriert (kompetitiver Teilagonismus). Dadurch können klassische Entzugserscheinungen gemindert werden. In einem aktualisierten Cochrane-Report wurde nun ausgewertet, ob Nikotin-Rezeptor-Teilagonisten einen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo aufweisen. Ausgewertet wurden dabei 75 Studien mit insgesamt rund 45.000 Teilnehmern. Auch wurde verglichen, ob Cytisin mit seinem synthetischen Pendant – Vareniclin – mithalten kann. Bei der Auswertung zeigte sich, dass Vareniclin die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Raucherentwöhnung mehr als verdoppelt. Für Cytisin ließ sich nur feststellen, dass es wahrscheinlich besser als Placebo wirkt. Wirklich aussagekräftig sind die Studien diesbezüglich bislang aber offenbar nicht – es wurde auf eine „moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz“ verwiesen.

Pflanzenstoff oder Synthetik?

Zwei der 75 Studien verglichen Vareniclin und Cytisin direkt miteinander und kamen zu dem Schluss, dass es vermutlich keinen Wirkunterschied gibt. Hierzu stehen allerdings noch weitere Forschungsergebnisse aus.

Insgesamt betrachtet scheint die Studienlage aufzuzeigen, dass gegenüber dem pflanzlichen Inhaltsstoff Cytisin das synthetische Vareniclin nicht nur deutlich besser erforscht, sondern offenbar auch wirksamer ist. Bisher sind demnach also Vareniclin-haltige Arzneimittel solchen mit Cytisin vorzuziehen.