PA-belastete Tees und Salate

Übeltäter Jakobskreuzkraut
Anfang des Jahres ging die Meldung durch die Presse, dass Kräutertees, besonders Bio-Tee, und Blattsalate, besonders Rucola, zum Teil deutlich mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet sind. Während manch einer vermutete, die Pflanzen selbst seien ungesund, etwa weil zu viel mit Giften gespritzt würde, liegt die Begründung häufig an anderer Stelle.
Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind eine Gruppe von Stoffen, die teils vom Körper toleriert werden können, teils aber auch hochgiftig und kanzerogen sind. Seit 2020 gibt es für PA zulässige Höchstmengen in Lebensmitteln. Bereits Mikrogrammmengen der Alkaloide können zu viel sein. Besonders bei frischen Kräutern, abgepackten Blattsalaten und ähnlicher Ware, die nicht großflächig überprüft werden kann, ist es jedoch möglich, dass bei der Ernte Beikräuter wie das Jakobskreuzkraut mit in der Tüte landen. Beim Verzehr kann es kurzfristig und langfristig zu Vergiftungen kommen, die PA wirken hier vorrangig leberschädigend. Besonders Pflanzen aus biologischem Anbau können dabei von PA belastet sein, da hier keine Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden – das Jakobskreuzkraut wächst dann einfach neben der eigentlich angebauten Pflanze und wird bei maschineller Ernte nicht herausgefiltert. Zwar nutzen Bio-Landwirte mechanische Unkrautbekämpfungsmethoden, besonders bei großflächigem Anbau wird dies aber schnell unpraktikabel. Es gibt auch eigentliche Verzehrpflanzen, die teilweise in traditionellen deutschen Gerichten vorkommen und eine ähnliche Wirkung herbeiführen können. Dazu gehört etwa der Borretsch in der bekannten Frankfurter grünen Soße. Aber auch Majoran, Liebstöckel und Oregano enthalten die potenziell gefährliche Substanz. Auch Produkte aus den Pollen PA-haltiger Pflanzen und Honig können erhöhte Werte aufweisen.
PA-haltige Kräuter grundsätzlich meiden?
Es gibt keinen Grund, PA-haltige Lebensmittel grundsätzlich zu meiden. Nicht alle PA sind lebertoxisch und kanzerogen. Für einige PA hat der Körper sogar eine gewisse Toleranz. Dennoch sollte bei der Ernährung auf Abwechslung geachtet werden – so sollte die Kräuterteesorte ab und an gewechselt werden oder die Ernährung nicht ausschließlich aus Liebstöckel und Borretsch bestehen. Das hochgiftige Jakobskreuzkraut sollte wiederum grundsätzlich aus Lebensmitteln entfernt werden, falls man es noch rechtzeitig entdeckt. Die Blätter des Krauts sehen dabei dem Rucola recht ähnlich, sind aber im Gegensatz zum leckeren Pizzatopping gefranst.