Zwiebel aufs Ohr

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen
Wer kennt es nicht – man fährt in den lang ersehnten Urlaub ans Meer und spätestens an Tag 3 beginnt eines der Kinder nachts vor Schmerzen zu schreien. Grund ist dann oft eine sogenannte Badeotitis. Anders als die sonst oft für Kinder typische Mittelohrentzündung befindet sich diese Badeotitis normalerweise im äußeren Teil des Ohrs, im Gehörgang. Da die Schmerzen in Seitenlage (also beim Schlafen) oft schlimmer werden, äußern die Kleinen ihre Beschwerden häufig erst, wenn alle Apotheken bereits geschlossen sind. Doch was kann man dann im Urlaub tun?
Wer sich im Urlaub in einer Ferienwohnung selbst versorgt, der hat in einer solchen Situation gute Karten. Eine Zwiebel vom gekochten Abendessen hat man meist übrig – und sei es nur der Abschnitt im Grünabfall. Diese Zwiebel wird nach kurzem Erwärmen, z. B. in heißem Wasser, einfach etwas gehackt in ein dünnes Tuch eingeschlagen, leicht angepresst und für mindestens 20 Minuten, besser einige Stunden, auf das Ohr gelegt. Idealerweise wird dabei auch der Knochen hinterm Ohr, der sogenannte Mastoidknochen, mit bedeckt. Fixieren kann man den Zwiebelwickel dann mit einem Stirnband oder einer Mütze, behelfsmäßig aber auch mit einem Küchentuch. Natürlich sollte darauf geachtet werden, dass die erwärmte Zwiebel keine Verbrennungen verursachen kann. Sollte die Wärme als unangenehm empfunden werden, kann der Zwiebelwickel auch kalt angewendet werden. Die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften der Zwiebel sollen dabei helfen, die Entzündung im Ohr zu bekämpfen.
Alternativen zum Zwiebelwickel
Als Alternative zu Zwiebelwickeln können auch Lidocain-haltige Ohrentropfen verwendet werden. Wer aber nicht direkt zu Lidocain-haltigen Ohrentropfen greifen möchte, dem stehen einige Optionen zur Verfügung. Gängig bei der Behandlung sind z. B. die homöopathischen Mittel Dulcamara D6 und Graphites D6. Je nach Beschwerdebild bieten sich aber auch Apis mellifica (bei starken Schmerzen und roter Schwellung) oder Aconitum (plötzliches Auftreten nach Kälte und Wind) an. Auch gibt es homöopathische Ohrentropfen und Komplexmittel.
Grenzen der Selbstmedikation
Bei anhaltenden Schmerzen, Fieber, sichtbarem Eiter, Hörproblemen oder Schwindel sollte ein Arzt aufgesucht werden.