Zimt in der Weihnachtsbäckerei

Zimt ist ein beliebtes Gewürz in der Weihnachtszeit. Es findet Verwendung in Gebäck wie z. B. Zimtsternen, aber auch in Glühwein oder Desserts. Dadurch ist insbesondere im Advent der Zimtkonsum oftmals deutlich höher als im Rest des Jahres – ist das unbedenklich oder muss beim Verzehr auf irgendetwas geachtet werden?

Ursprünglich kommt Zimt aus Sri Lanka, China und Bangladesch und wird aus der Rinde von Zimtbäumen gewonnen: Die Rinde wird abgetrennt und getrocknet, wobei sie sich zur typischen Form der Zimtstangen zusammenrollt. Die Zimtbäume, die über 200 verschiedene Arten umfassen, gehören zur Familie der Lorbeergewächse.

Neben der Verwendung als Gewürz findet Zimt auch als ätherisches Öl, als Räucherwerk und in der Heilkunde Anwendung. Im Handel ist Zimt meist als gemahlenes Pulver, als Zimtstange oder als Zimtblüte erhältlich. Als Gewürz werden meist nur zwei Zimtsorten verwendet: der ursprünglich aus Sri Lanka stammende Ceylon-Zimt und der aus China stammende Cassia-Zimt.1,2

 

Was unterscheidet Ceylon-Zimt von Cassia-Zimt?

Ceylon-Zimt gilt als hochwertiger als Cassia-Zimt und ist daher auch teurer. Das im Supermarkt erhältliche gemahlene Zimtpulver enthält daher meist entweder nur einen geringen Anteil Ceylon-Zimt oder ausschließlich Cassia-Zimt. Ceylon-Zimt hat ein mildes und feines Aroma, während Cassia-Zimt kräftiger und leicht süßlich schmeckt. Zudem unterscheiden sich die beiden Zimt-Sorten im Cumarin-Gehalt: Cassia-Zimt enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt.

Cumarin ist ein sekundärer Pflanzeninhaltsstoff, der chemisch zur Gruppe der Phenylpropanoide gehört. Bei übermäßigem Verzehr kann Cumarin allerdings u. a. zu Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel führen und bei empfindlichen Personen auch Leberschäden verursachen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat daher 2006 die tolerierte Tagesdosis von 0,1 mg/kg Körpergewicht pro Tag festgelegt, die auf Basis neuer Daten im September 2012 bestätigt wurde. Dies bedeutet, dass ein Kleinkind mit ca. 15 kg Körpergewicht 30 g Zimtsterne (etwa 6 Stück) oder 100 g Lebkuchen pro Tag essen dürfte, ohne den Grenzwert zu überschreiten. Dies entspricht etwa 0,5 g Cassia-Zimt mit durchschnittlichen Cumarin-Gehalten. Bei einem erwachsenen Menschen von 60 kg wären mit 2 g Cassia-Zimt pro Tag die tolerierte Tagesdosis ausgeschöpft, wobei ein gesundheitliches Risiko in der Regel nur besteht, wenn sehr viel Cassia-Zimt mit hohen Cumaringehalten über einen längeren Zeitraum aufgenommen wird. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf Ceylon-Zimt zurückgreifen, da dieser weniger Cumarin enthält als Cassia-Zimt und daher als unbedenklich gilt.3

In Zimt ist neben Cumarin u. a. auch Zimtöl enthalten, ein ätherisches Öl, das Zimtaldehyd, Eugenol und Zimtsäure enthält. Zimtaldehyd macht, je nach Zimtsorte, etwa zwei Drittel des Zimtöls aus und ist für das typische Zimtaroma verantwortlich. Eugenol hingegen hat eine brennende Note. Des Weiteren enthält Zimtöl eine geringe Menge an Terpenen und weiteren Aldehyden.

Gesundheitsfördernde Wirkung?

Zimt wird allerdings nicht nur als Gewürz verwendet, sondern es wurde bereits in der Antike auch als Heilmittel eingesetzt, u. a. bei Husten und Schnupfen, aber auch als magenstärkend, harntreibend, abführend sowie blutstillend beschrieben.2

Neuere Studien belegen zudem, dass sich der Konsum von Zimt positiv auf den Cholesterol-Spiegel auswirken kann, indem es das „schlechte“ LDL-Cholesterol senkt und das „gute“ HDL-Cholesterol konstant hält. Auch ein positiver Einfluss auf den Blutglucose-Spiegel bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 konnte in wissenschaftlichen Studien gezeigt werden.4,5

Möglicherweise könnte die Einnahme von Zimt sogar vor Krebs schützen – Studien in Krebszelllinien und Tierversuche deuten darauf hin, dass Zimt das Wachstum von Krebszellen und die Bildung von Blutgefäßen in Tumoren reduzieren sowie toxisch für Krebszellen sein kann. Hier sind aber noch weitere Untersuchungen nötig, um fest­zu­stellen, ob Zimt diese Wirkung auch im menschlichen Organismus entfalten kann.6,7

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass bei dem günstigeren und weit verbreiteten Cassia-Zimt darauf geachtet werden sollte, nicht dauerhaft zu viel davon aufzunehmen. Wer also nicht nur in der Weihnachtsbäckerei gerne Zimt isst, sondern auch im Rest des Jahres über längere Zeit höhere Mengen Zimt konsumiert, dem sei Ceylon-Zimt als gute Alternative mit geringen Cumarin-Gehalten empfohlen. Des Weiteren kann Zimt eine gesundheitsfördernde Wirkung u. a. auf den Cholesterol- und den Blutglucosespiegel bei Diabetikern ausüben. Zimt ist also nicht nur ein leckeres Gewürz, das in der Weihnachtsbäckerei Verwendung findet, sondern kann auch positive Effekte auf den Körper ausüben.