Natürliche Hilfe bei Prellungen und Verstauchungen

Egal ob Prellung, Quetschung oder Verstauchung – ein stumpfes Trauma bedarf einer schnellen und effektiven Behandlung. Dazu werden meist topische Salben oder Cremes benutzt, die ein Ab­schwellen der betrof­fenen Stelle bewirken und den Schmerz lindern sollen. Ein stumpfes Trauma ist oft schmerz­haft, kann aber in der Selbst­medikation meist gut behandelt werden. Zur Auswahl stehen auch natürliche Alternativen.

Natürlich behandeln

Zur natürlichen Behandlung stumpfer Verletzungen haben sich Salben mit Beinwellwurzel und Arnikablüten bewährt. Beinwellwurzel in Gel- und Salbenzubereitungen sollten zur optimalen Behandlung geschlossener Verletzungen hoch genug dosiert werden. Im Vergleich mit Diclofenac-Salben sind Salben mit Beinwell gleichwertig hinsichtlich der Reduktion von Schmerzen und Schwellungen. Der Wirkmechanismus ist allerdings noch unklar.1 Zu beachten ist, dass die Anwendung von Beinwell bei Kindern nicht empfohlen wird. Erwachsene tragen Beinwellsalben am besten 2- bis 4-mal täglich auf und massieren diese sorgfältig ein.
Arnikablüten wirken analgetisch, antirheumatisch und antiarthritisch.2 Zur Anwendung kommen Arnikatinkturen, verdünnt mit Isopropanol für Umschläge oder Gel- bzw. Salbenzubereitungen. Gels und Salben werden für gewöhnlich 2- bis 3-mal täglich aufgetragen. Empfehlenswert sind Zubereitungen mit mindestens 20 % Arnikatinktur.2 Arnika gibt es auch zur innerlichen Anwendung als Globuli.  

Auch Salben und Cremes mit Rosskastanie können angewendet werden, insbesondere wenn die Verletzungen mit einer deutlichen Weichteilschwellung auftreten. Zum Einsatz kommen beispielsweise Essenzen. Für die Anwendung werden 1 bis 2 Teelöffel auf ca. 1/4 l abgekochtes Wasser gegeben, eine Kompresse mit dieser Lösung getränkt und 1- bis 2-mal täglich für ca. 15 Minuten auf das betroffene Hautareal gelegt.

Franzbranntwein und Retterspitz

Franzbranntwein kann wegen des enthaltenden Alkohols und der ätherischen Öle eine kühlende und abschwellende Wirkung auf die Prellung haben. Diesen mehrmals täglich auf die betroffene Stelle mit den Händen einreiben. Retterspitz wirkt aufgrund seiner pflanzlichen Bestandteile entzündungshemmend und schmerzlindernd. Zur Anwendung Retterspitz mit Wasser zu gleichen Teilen in einer Schüssel mischen, ein Leinentuch eintauchen, auswringen und um die Prellung legen. Das Leinentuch mit einem weiteren Tuch oder einer Mullbinde umwickeln und für ca. 1,5 bis 2 Stunden einwirken lassen.

Besonders wichtig vorab: Erste Hilfe

Sehr wichtig für ein schnelles Abheilen ist eine gute nichtmedikamentöse Erstversorgung. Als Eselsbrücke wird für die Akutversorgung einer Prellung bzw. eines stumpfen Traumas die PECH-Regel angewendet. Die PECH-Regel dient als Hilfestellung bei der Akutversorgung stumpfer Traumata und besteht aus vier Schritten:

P – Pause: Ruhigstellen des betroffenen Körperteils
E – Eis: sofortiges Kühlen mit Eiswasser, Kältespray oder kühlendem Gel
C – Compression: bei Bedarf Körperstelle mit Idealbinde oder Gelenkband fest umwickeln
H – Hochlagern: betroffenen Bereich möglichst hochlagern, um den Blutfluss zu verringern

Wann zum Arzt?

In der Regel heilen unkomplizierte Prellungen und Verstauchungen nach wenigen Tagen ab. Es gibt jedoch Symptome, bei denen eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden sollte:

  • Sehr starke Schwellung
  • Stark eingeschränkte Bewegungsfunktion des Gelenks
  • Verdacht auf einen Knochenbruch
  • Zunahme der Schmerzen innerhalb weniger Tage nach dem Unfall
  • Deformierungen

1 Immel-Sehr, A. (2014/2015). Beratung aktiv. Govi-Verlag: Eschborn.
2 Neubeck, M. (2019/2020) Evidenzbasierte Selbstmedikation. Deutscher Apotheker Verlag: Stuttgart.