Schlafstörungen – nicht nur ein Sommerproblem

Der Sommer gibt sich dieses Jahr eher verhalten, was das Wetter betrifft. Während der viele Regen für die Natur eine willkommene Abwechslung darstellt und dabei hilft, Grund­wasser­vorräte aufzu­füllen, ärgert sich vermutlich so mancher, dass die gewünschten Urlaubs- und Freizeit­aktivitäten ins Wasser fallen. Außer der Natur dürften sich aber auch all jene freuen, die normaler­weise im Sommer unter Schlaf­störungen leiden.

Üblicherweise ist die Sommerzeit für viele Menschen Anlass, schlechter zu schlafen. Das hat verschiedene Gründe. Einerseits bleibt es abends lange hell, andererseits ist die oftmals langanhaltende Hitze ein Störfaktor. Aber selbst in einem lauen Sommer wie in diesem Jahr dürften dennoch nicht alle Deutschen gut schlafen. Schließlich sind Schlafstörungen vor allem in Stress, Zukunftsängsten, Depressionen, Nervosität oder auch organischen Erkrankungen begründet. Auch naht schon bald wieder der Herbst heran, und es folgt die Zeit, in der man sowohl beim Verlassen des Hauses als auch beim Nachhausekommen von Dunkelheit umgeben ist. Schlafstörungen sind einfach ein ganzjähriges Thema.

Schlafstörungen in den Griff kriegen

Während vor einigen Jahrzehnten der erste Griff noch zu Antihistaminika ging, wenn Schlafstörungen behandelt werden sollten, ist mittlerweile in den Köpfen der Menschen angekommen, dass es nicht immer gleich das synthetische Arzneimittel sein muss. Immer mehr Apotheken spezialisieren sich auf pflanzliche oder auch homöopathische Arzneimittel. Für den Bereich der Schlafstörungen gibt es eine breite Produktpalette zur Auswahl. So werden die Klassiker Baldrian, Hopfen und Melisse eingesetzt, aber auch Passionsblume und immer öfter auch wieder Melatonin und seine Vorstufen 5-HTP und Tryptophan. Fast noch wichtiger als das richtige Arzneimittel ist jedoch das Anpassen von Verhaltensmustern. In den letzten Jahren fällt immer öfter auch das Wort Schlafhygiene. Darunter zu verstehen sind verschiedenste Vorgehensweisen bei der Behandlung von Schlafstörungen.

Dazu gehören folgende:

  • Jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ins Bett gehen und morgens zur gleichen Zeit aufstehen.
  • Drei Stunden vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten mehr zu sich nehmen, aber auch nicht hungrig zu Bett gehen.
  • Drei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol und vier bis acht Stunden vorher keine koffeinhaltigen Getränke trinken.
  • Nicht länger als 30 Minuten Mittagsschlaf halten, damit bis zum Abend wieder genug Schlafdruck aufgebaut werden kann.
  • Wer nicht schlafen kann, sollte aufstehen. Längeres, waches liegenbleiben kann Schlafstörungen verschlimmern.
  • Vor dem Schlafengehen kein Nikotin mehr konsumieren.
  • Körperliche Anstrengung zum Abend hin vermeiden.
  • Die Schlafumgebung angenehm und schlaffördernd gestalten. Dazu gehören lichtdichte Vorhänge, das Entfernen von blinkenden Lichtern und Störgeräuschen sowie bestenfalls auch das Verbannen des Fernsehers aus dem Schlafzimmer.
  • Zwischen Alltag und Schlafengehen einen Puffer einbauen. Dazu gehört zum Beispiel, ein nicht zu aufregendes Buch zu lesen, Tagebuch zu schreiben, um das Erlebte festzuhalten, oder auch das Gespräch mit dem Partner – und zwar nicht über den nächsten Tag, Termine, Rechnungen und dergleichen.
  • Bei nächtlichem Wachwerden nicht das Licht einschalten oder aufs Handy schauen – besonders das blaue Licht von Handydisplays kann die Schlafbereitschaft beeinflussen.

Fazit

Schlafstörungen sind in vielen Fällen ein saisonales oder verhaltens­bedingtes Problem. Um sie in den Griff zu kriegen, steht aber eine Vielzahl von Arznei­mitteln und Nahrungs­ergänzungs­mitteln zur Auswahl, die beim besseren Schlafen unter­stützen können. Außerdem helfen Verhaltens­änderungen, dauerhaft einen erholsamen Schlaf beizube­halten.