Die Petersilie ist Gift­pflanze des Jahres 2023

Seit 2005 präsentiert der Botanische Sonder­garten in Hamburg-Wandsbek jähr­lich die Gift­pflanze des Jahres. Gewählt wird sie durch eine öffentliche Abstim­mung, die mittler­weile online statt­findet. Bis Mitte Dezember 2022 konnte zwischen Klatsch­mohn, Tulpe, Essig­baum, Petersilie und Oleander entschieden werden. Das Rennen machte schließ­lich die Petersilie mit 29,5 % der Stimmen, auf dem zweiten Platz landete der Oleander, vor dem Klatsch­mohn (3. Platz) sowie der Tulpe und dem Essig­baum (beide 4. Platz). Was aber macht die Petersilie, eine beliebte Nahrungs­pflanze, zu einer Gift­pflanze?

Die Petersilie (Petroselinum crispum) gehört zur Familie der Doldenblütler und ist eine zweijährige Pflanze. Wildwachsend kommt sie im Mittelmeerraum vor, ihre Zuchtformen, mit je nach Sorte glatten oder krausen Blättern, zählen zu den in Europa am meisten verwendeten Küchenkräutern. Die Unterart Petersilienwurzel ähnelt geschmacklich der Pastinake und dem Knollensellerie und findet besonders häufig beim Würzen von Suppen oder Eintöpfen Verwendung. Petersilie ist reich an Vitamin C und Vitamin K, aber auch Vitamin A und Vitamin B9 sind darin enthalten.

Nach der Blüte nicht verzehren!

Im ersten Jahr keimt die Petersilie und bildet eine grundständige Rosette aus gefiederten und dunkelgrünen Blättern. Der Verzehr dieser Petersilienblätter ist nicht gefährlich! Im zweiten Jahr entwickeln sich jedoch Blütenstiele, die eine Wuchshöhe von 30 bis 90 cm erreichen können. Die Petersilie bildet dann Früchte und kleine Blüten, aus denen sich Saatkörner entwickeln, die Petersilienöl enthalten. Diese sind nicht zum Verzehr geeignet, denn Petersilienöl ist reich an Apiol, einem Phenylpropanoid, das auf die glatten Muskelfasern der Blase, des Darms und insbesondere der Gebärmutter wirkt. Im Mittelalter wurde Petersiliensud daher in der Gynäkologie und Geburtshilfe eingesetzt und häufig zur Abtreibung verwendet.

Nach der Blüte sollte Petersilie aufgrund des in den Blüten enthaltenen Petersilienöls also nicht mehr verzehrt werden. Wenn man Petersilie im eigenen Garten anpflanzt, bietet es sich daher an, die Petersilie jedes Jahr neu auszusäen. Da die Petersilie erst im zweiten Jahr blüht, ist man so auf der sicheren Seite.

Giftpflanze des Jahres 2024

Auch für 2024 wird wieder eine Giftpflanze des Jahres gewählt. Hierzu hat jeder die Möglichkeit, einen Kandidaten online vorzuschlagen, die Auswertung der Vorschläge erfolgt dann am 20. Mai. Die meistgenannten Vorschläge werden zur Wahl nominiert, die Abstimmung läuft bis zum Dezember. Zu Beginn des neuen Jahres wird dann die gewählte Pflanze präsentiert.