Evening of the pDL-Proms – die zweite! Erfolgreiche Online-Veranstaltung rund um pharmazeutische Dienstleistungen
Am 22. April fand die Online-Veranstaltung „Evening of the pDL-Proms“ zum zweiten Mal statt – ein inspirierender Abend, organisiert von der Apothekerkammer Nordrhein und dem DeutschenApothekenPortal (DAP). Fünf Apotheken, die den pDL-Award in den Jahren 2024 oder 2025 gewonnen haben, stellten ihre individuellen Konzepte zur erfolgreichen Umsetzung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) vor und gaben dabei praxisnahe Einblicke. Durch die Veranstaltung führte Apothekerin Dr. Katja Renner, eingeleitet wurde mit einem Grußwort von Kathrin Luboldt, Vizepräsidentin der Kammer Nordrhein, die die Wichtigkeit der pDL noch einmal betonte.
Den Auftakt machte Karlo Heider aus der Marien Apotheke in Göttingen mit einem informativen und zugleich sehr praxisnahen Vortrag zur oralen Antitumortherapie. Als Rundumversorger mit eigener Zytostatikaherstellung und Klinikversorgung stellte er den strukturierten Ablauf der pDL vor – vom niedrigschwelligen Erstkontakt mit den Patientinnen und Patienten bis hin zu individuell gestalteten Erst- und Folgegesprächen, die sich insbesondere mithilfe von Materialien der DKG und DGOP gut umsetzen lassen. Darüber hinaus zeigte er, wie KI gezielt zur Unterstützung der Medikationsanalyse eingesetzt werden kann, betonte jedoch klar, dass die pharmazeutische Verantwortung stets bei der Apotheke bleibe. Ergänzend stellte er eigens entwickelte Dokumentationsblöcke vor, die eine effiziente Integration der pDL in den Apothekenalltag erleichtern.
Anschließend widmete sich Silvia Wicha aus der HAMBURG APOTHEKE Hohe Weide ebenfalls der pDL orale Antitumortherapie. Sie erläuterte anschaulich die Implementierung der Dienstleistung – von der aktiven Patientenansprache mit einem Onko-Bootcamp über die Terminvereinbarung und die Erhebung des bestmöglichen Medikationsplans bis hin zum Einsatz spezifischer Materialien wie AMBORA-Merkblättern und -Einnahmeplänen. Ergänzend stellte sie zentrale Recherchequellen (z. B. Onkopedia) und Leitlinien vor und betonte, dass eine strukturierte Vorbereitung, die Integration in die Warenwirtschaft sowie eine enge Teamarbeit entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der pDL im Apothekenalltag seien.
Im Anschluss berichtete Frau Salwender aus der asana Apotheke in Flensburg über ihre Erfahrungen und bewährten Strategien im Bereich der Medikationsanalyse. Im Zentrum ihres Vortrags standen klar strukturierte Prozesse zur Optimierung der Medikation – insbesondere an wichtigen Schnittstellen wie der Krankenhausentlassung – sowie die Notwendigkeit einer engen Abstimmung zwischen Apotheke, Ärztinnen und Ärzten und Pflegeeinrichtungen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Betreuung vulnerabler Gruppen, etwa geriatrischer und palliativer Patientinnen und Patienten sowie von Kindern mit Asthma. Innovative Instrumente wie Patientenpässe für Polymedikation, Inhalation oder Blutdruckmessung und strukturierte Follow-ups tragen dazu bei, Therapieerfolge nachhaltig zu sichern und die Adhärenz zu stärken. Ergänzend betonte sie die Bedeutung regelmäßiger pharmazeutischer Visiten und einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit, die durch gezielte Fortbildungs- und Schulungskonzepte unterstützt werden.
Isabelle Eggert aus der Bären-Apotheke in Heidelberg widmete sich in ihrem Beitrag dem wichtigen Thema Inhalation. Sie stellte ein pDL-Projekt zur Inhalationsschulung für Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner sowie für Patientinnen und Patienten in der häuslichen Pflege vor, das im Rahmen einer Weiterbildung initiiert und erfolgreich in die Praxis überführt wurde. Im Mittelpunkt stehen Hausbesuche, bei denen die Patientinnen und Patienten gemeinsam mit ihren Angehörigen individuell geschult werden – insbesondere mithilfe eines selbst entwickelten Device-Koffers. Dadurch ließen sich Anwendungsfehler bei Inhalativa deutlich reduzieren und gleichzeitig weitere arzneimittelbezogene Probleme erkennen. Ergänzend gab sie praxisnahe Tipps zur Umsetzung, vor allem zur Zusammenarbeit mit Pflegediensten, zur Nutzung geeigneter Schulungsmaterialien sowie zur effizienten Integration der pDL in den Versorgungsalltag.
Den Abschluss bildete Stefan Feucht aus den Apotheken mit Herz in Berlin, die den pDL-Award in der Kategorie „Outstanding“ bekamen. Die Apotheken mit Herz bilden einen starken Filialverbund, bestehend aus der Nordring Apotheke, der Prenzl Apotheke und der Lichtenberg Apotheke in Berlin sowie der Kaufpark Apotheke in Ahrensfelde. Herr Feucht zeigte, dass erfolgreiches Engagement in der Apotheke vor allem auf drei Faktoren basiert: klaren Strukturen, guter Kommunikation und dem Mut, einfach anzufangen. Als zentrale Tipps wurden u. a. feste Zuständigkeiten (z. B. pDL-Managerinnen und -Manager), definierte Zeitfenster sowie ein strukturiertes Controlling empfohlen, um Abläufe effizient in den Alltag zu integrieren. Zudem betonte er, wie wichtig eine aktive Kommunikation nach innen und außen sei – etwa durch gezielte Ansprache, Schulungsmaterialien oder Aktionen, um Patientinnen und Patienten für pDL zu gewinnen. Praktisch besonders hilfreich seien Maßnahmen wie regelmäßige Teamtrainings (z. B. mit Inhalator-Demogeräten), digitale Unterstützung bei der Identifikation geeigneter Patientinnen und Patienten sowie der Einsatz von KI und internen Fallbesprechungen, um kontinuierlich besser zu werden.
Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz: Insgesamt verfolgten 229 Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter die praxisnahen Vorträge und nahmen zahlreiche kreative Impulse der Referentinnen und Referenten mit.

Weiterführende Links:
