Vergiftungs­fälle in Deutsch­land – Nationales Vergiftungs­register ging am 1. Januar 2026 an den Start

Vergiftungen zählen in Deutsch­land weiter­hin zu den relevanten Notfall- und Beratungs­anlässen im Gesund­heits­wesen. Apotheken sind häufig erste Anlauf­stellen – sei es bei Un­fällen im Haus­halt, bei Medikations­fehlern oder bei Fragen zur weiteren Versorgung.

Jährlich werden in Deutschland mehrere hunderttausend Vergiftungsanfragen registriert, der überwiegende Teil davon über die sieben deutschen Giftinformationszentren. Besonders häufig von Vergiftungen betroffen sind:

  • Kinder im Vorschulalter (Aufnahme von Haushaltschemikalien oder Arzneimitteln),
  • Erwachsene (Arzneimittelüberdosierungen, Wechselwirkungen, berufliche Exposition),
  • ältere Menschen (Fehlanwendungen, Polymedikation).

Arzneimittel bleiben die häufigste Ursache vergiftungsbezogener Beratungen – ein Bereich, in dem Apotheken präventiv einen maßgeblichen Beitrag leisten können.

Vergiftungen durch Arzneimittel können auch als schwerwiegende unerwünschte Ereignisse relevant sein und sollten über die etablierten Pharmakovigilanzwege gemeldet werden – insbesondere bei Fehlanwendungen oder Missbrauch.

Fazit

Vergiftungsfälle treten häufig auf, sind oft vermeidbar und verlangen ein gut abgestimmtes Zusammenspiel von Beratung, rechtlichen Meldewegen und toxikologischer Expertise. Giftnotrufe sind dabei die zentrale, niedrigschwellige Instanz – und für Apotheken ein unverzichtbarer Partner im Sinne der Patientensicherheit.

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