SafetyFIRST: Hinter­grund, Struktur und Ziele des AMTS-Modell­projekts

SafetyFIRST ist ein deutsch­land­weit ange­legtes Modell­projekt zur Verbes­­serung der Arznei­mittel­therapie­sicher­heit (AMTS) bei Patientinnen und Patienten mit oraler Tumor­therapie. Es geht über einzelne Bera­tungs­­angebote hinaus und will ein flächen­deckendes Sicher­heits­netz etablieren, das die Begleitung, Schulung und inter­professionelle Zusammen­arbeit in der Ver­sorgung stärkt.

Das Projekt wurde im Rahmen des Aktions­plans zur Verbes­serung der Arznei­mittel­therapie­sicher­heit des Bundes­ministeriums für Gesund­heit initiiert und vom Ministerium finanziell gefördert. Es startete im Frühjahr 2023 und ist über 3 Jahre angelegt.

SafetyFIRST baut auf Vor­arbeiten und Erkennt­nissen früherer Studien wie dem AMBORA-Projekt auf, in dem gezeigt wurde, dass eine inten­si­vierte klinisch-pharma­zeutische Betreuung die Sicher­heit oraler Krebs­medikamente ver­bessert.

Zentrale Träger und Initiatoren sind mehrere wissen­schaft­liche Ein­richtungen und Kliniken, darunter die Apotheke des Uni­versitäts­klinikums Erlangen, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Pharma­zeutisches Institut, Abteilung Klinische Pharmazie) sowie die Friedrich-Alexander-Uni­versität Erlangen-Nürnberg (Institut für Experi­men­telle und Klinische Pharma­kologie und Toxi­kologie).

Im SafetyFIRST-Konzept werden 24 lokale Standorte einge­bunden, an denen inter­professionelle Teams aus Onko­loginnen und Onko­logen, Apo­thekerinnen und Apo­thekern sowie Pflege­personal gemeinsam mit Patientinnen und Patienten arbeiten. Ein zentrales Kompetenz­zentrum unter­stützt und schult diese Teams.

Ziel ist es, durch eng­maschige Betreuung, strukturierte Kommuni­kation und inter­disziplinäre Abstimmung die Sicher­heit der oralen Tumor­therapie zu erhöhen, Therapie­abbrüche zu reduzieren und die Patienten­kompetenz zu stärken. Begleitet wird das Projekt durch eine wissen­schaftliche Evaluation im Rahmen einer cluster­randomi­sierten Studie, sodass Effekte auf Neben­wirkungen, Kranken­haus­auf­ent­halte und Adhärenz im Vergleich zur Routine­ver­sorgung analysiert werden können.

Damit reagiert SafetyFIRST auf die spezifischen Heraus­forderungen oraler Krebs­therapien: eigen­verantwortliche Ein­nahme, komplexe Wechsel­wirkungen mit anderen Arznei­mitteln oder Lebens­mitteln und hohe Variabilität in der Neben­wirkungs­wahr­nehmung. Durch das Modell­projekt-Design sollen Nach­haltig­keit und Über­trag­bar­keit auf die Regel­ver­sorgung ge­prüft werden.

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