Arzneimittelinnovationen 2025: eine Bilanz vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen
Die Arzneimittelinnovationen des Jahres 2025 standen stark unter dem Eindruck globaler wirtschaftlicher und geopolitischer Verwerfungen. Laut dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland (vfa) wurden Entwicklung, Produktion und Versorgung pharmazeutischer Produkte durch volatile Lieferketten, steigende Rohstoffpreise und die komplexen Rahmenbedingungen der internationalen Gesundheitspolitik geprägt.
Dennoch kamen 2025 zahlreiche neue Therapien auf den Markt, die in unterschiedlichen Indikationen Versorgungslücken adressieren und bestehende Behandlungsoptionen erweitern:
- 36 neue Medikamente wurden in Deutschland eingeführt, ergänzt durch mindestens
- 20 Zulassungserweiterungen bereits vermarkteter Wirkstoffe.
Zu den bemerkenswertesten Neueinführungen zählen zwei Gentherapien: ein topisch anzuwendendes Gel gegen Epidermolysis bullosa sowie ein CRISPR-Cas-basiertes Therapeutikum für die Behandlung von Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie. Zudem wurden erstmals seit 23 Jahren wieder zwei neue Alzheimer-Medikamente verfügbar, ein Medikament gegen die metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis und weitere Therapien bei seltenen Stoffwechselkrankheiten. Auch im Bereich der Impfstoffe gab es relevante Neuerungen, darunter die ersten beiden Impfstoffe gegen Chikungunya-Fieber sowie ein Pneumokokken-Impfstoff mit breitem Serogruppenspektrum.
Rund zwei Drittel der neuen Arzneimittel zielen auf die Behandlung seltener Erkrankungen ab; 13 Produkte erhielten den Orphan-Drug-Status. Bei den 36 Wirkstoffen dominierten chemisch synthetisierte Substanzen (56 %), gefolgt von gentechnisch hergestellten Produkten (42 %).
Laut vfa wurden 75 % der neuen Medikamente vor ihrer Zulassung auch in Deutschland klinisch geprüft. Gleichzeitig wächst jedoch die Zahl zugelassener, aber nicht vermarkteter Arzneimittel. Der Verband betont deshalb die Bedeutung verlässlicher, innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen, um Versorgungslücken zu vermeiden und Deutschland als Forschungs- und Produktionsstandort zu stärken.
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