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Impfquoten 2024 – Erfolge und Handlungsbedarf

Die Ergebnisse des RKI-Impfquotenmonitorings 2024 verdeutlichen sowohl erzielte Erfolge – insbesondere bei der RSV-Prophylaxe – als auch Verbesserungspotenzial beim Impfschutz, etwa bei Auffrischungen und bei bestimmten Zielgruppen.
Die aktuellen Daten aus dem Jahr 2024 zeigen: Die Impfquoten bei Kindern sind insgesamt hoch. Dennoch werden viele Impfserien zu spät oder nicht vollständig abgeschlossen. So erhalten zwar 96 % der Kinder mit 15 Monaten die erste Diphtherie-Tetanus-Pertussis(DTP)-Impfung und 94 % mit 24 Monaten die zweite, aber nur 76 % auch die dritte. Ähnlich ist die Situation bei Masern und Windpocken: Rund 87 % bzw. 82 % der Kinder werden zunächst geimpft, doch nur 78 % bzw. 75 % erhalten die zweite Impfung. Während die Impfquoten gegen Masern und Windpocken langfristig steigen, stagnieren sie bei Pneumokokken und Rotaviren bei 73 % bzw. 69 %.
Besonders positiv fällt die RSV-Prophylaxe auf: Nach ihrer Einführung im Jahr 2024 führt bereits eine Immunisierungsquote von 54 % der zwischen April und September 2024 geborenen Säuglinge zu einer Halbierung der Krankenhausaufenthalte im Vergleich zum Vorjahr – allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden in den Immunisierungsquoten.
Auch bei Auffrischimpfungen im Kindes- und Jugendalter bestehen Lücken. So erhalten nur 50 % der 5–6-Jährigen und 57 % der 9–16-Jährigen die empfohlenen DTP-Auffrischungen und lediglich 43 % beide. Weniger als die Hälfte der 15-Jährigen ist vollständig gegen HPV geimpft, wobei die Impfquoten regional deutlich schwanken (Mädchen: 26–75 %, Jungen: 14–66 %).
Ebenfalls zu niedrig sind die Impfquoten bei älteren Menschen: Bei den über 60-Jährigen ging die COVID-19-Impfquote im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf 13 % zurück und die Influenza-Impfquote erreichte mit 34 % den niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Menschen mit Grunderkrankungen sind noch schlechter geschützt. Hier liegen die Impfquoten größtenteils auf einem niedrigeren Niveau als bei den Erwachsenen ab 60 Jahren. Zwar steigen die Impfquoten bei Schwangeren, insbesondere gegen Influenza und Pertussis, doch der Schutz gegen Keuchhusten ist weiterhin so gering, dass jedes zweite Neugeborene nicht ausreichend geschützt ist.
Quelle:
Robert Koch‑Institut (RKI) (2025). Impfquoten in Deutschland: Begleitfolien zu aktuellen Ergebnissen aus dem RKI-Impfquotenmonitoring (Stand: 11. Dezember 2025).
https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfquoten/KV-Impfsurveillance/Impfquoten_Begleitfolien.pdf?__blob=publicationFile&v=7