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Keuchhusten

Fälle steigen wieder an
Im letzten Jahr wurden in Deutschland insgesamt 3.431 Fälle von Keuchhusten gemeldet. Im Vergleich dazu wurden in den ersten 5 Monaten dieses Jahres bereits 5.322 Fälle (Stand 26.05.2024) gemeldet.1 Während bei Jugendlichen und Erwachsenen und geimpften Kindern die Erkrankung meist harmlos verläuft und sich in einem langanhaltenden Husten manifestiert, kann sie für Säuglinge lebensbedrohlich werden.
Pertussis, besser bekannt als Keuchhusten, wird hauptsächlich durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht. Keuchhusten tritt das ganze Jahr über auf und es werden jährlich zwischen 11 und 20 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner an das RKI gemeldet.2 Dabei sind Säuglinge besonders gefährdet und müssen meistens im Krankenhaus behandelt werden. Bei ihnen kann eine Infektion mit B. pertussis zu Atemstillstand, Lungenentzündungen, Funktionsstörungen des Gehirns oder auch Lungenhochdruck führen. Eine Impfung gegen Pertussis ist erst ab dem zweiten Lebensmonat möglich und es sind oft zwei Impfdosen nötig, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Neugeborenen über von der Mutter übertragene Antikörper geschützt werden.
Um einen effektiven Nestschutz aufbauen zu können, muss der Antikörperspiegel der Mutter relativ hoch sein. Da dieser jedoch recht schnell nach einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion wieder abnimmt, ist bei den meisten schwangeren Frauen nur eine sehr niedrige Antikörperkonzentration vorhanden.3 Selbst wenn die Impfungen erst ein bis zwei Jahre vor der Schwangerschaft durchgeführt wurden, sind die Antikörperspiegel sehr niedrig. Wenn die Frau während ihrer Schwangerschaft geimpft wird, führt dies zu hohen Antikörperspiegeln bei den Müttern sowie den Neugeborenen. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Neugeborene seltener an Keuchhusten erkrankten, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft worden waren.3 Der Impfschutz der Neugeborenen von geimpften Müttern liegt in den ersten zwei bis drei Monaten bei etwa 90 %.3 Die Impfung sollte idealerweise am Anfang des letzten Schwangerschaftsdrittels bzw. bei drohenden Frühgeburten im zweiten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden.
Aufgrund der schnell nachlassenden Wirkung des Impfschutzes empfiehlt die STIKO nicht nur eine Auffrischimpfung im Kindes- und Jugendalter, sondern auch eine einmalige Auffrischimpfung im Erwachsenenalter, in Kombination mit Tetanus und Diphtherie.
1 NaLI: Monitoring und Daten: Keuchhusten. Online abrufbar unter: https://www.nali-impfen.de/monitoring-daten/krankheitsfaelle-in-deutschland/keuchhusten-pertussis/
2 RKI: Ratgeber Keuchhusten (Pertussis). Online abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Pertussis.html
3 RKI: Warum soll in der Schwangerschaft gegen Pertussis geimpft werden? Online abrufbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Pertussis/FAQ03.html