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Anstieg von impfpräventablen Krankheiten

Im ersten Epidemiologischen Bulletin des Jahres 2025 hat das RKI die Meldezahlen von unterschiedlichen Krankheiten und Erregern der letzten beiden Jahre (2023 und 2024) miteinander verglichen. Daraus lässt sich erkennen, dass bei vielen Krankheiten, die durch eine Impfung verhindert werden können, ein Anstieg zu verzeichnen ist.

Vor allem bei Influenza und Keuchhusten lassen sich sehr starke Anstiege erkennen. Während im Jahr 2023 bundesweit insgesamt 3.432 Fälle von Keuchhusten gemeldet wurden, waren es im Jahr 2024 24.927 Fälle.1 Bei Influenza sind die gemeldeten Fälle von 77.338 auf 219.879 gestiegen.1 Auch bei weiteren Krankheiten, für die es eine Impfung gibt, sind Anstiege zu verzeichnen: Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, aber auch FSME und Pneumokokken.1

Während die Infektionsraten steigen, sinken oder stagnieren die Impfraten, vor allem bei den Erwachsenen. War die Influenza-Impfquote bei Personen ab 60 Jahren im Jahr 2022 noch bei ca. 43 %2, lag sie am Ende der Saison 2023/2024 nur noch bei ca. 38 %3. Und auch bei Personen ab 18 Jahren mit impfrelevanten Grunderkrankungen ist die Influenza-Impfquote von ca. 35 % auf 31 % gesunken.2,3 Die Pneumokokken-Impfquote sank sowohl bei den Standardimpfungen als auch bei den Indikationsimpfungen ebenfalls.2,3 Bei den COVID-19-Impfungen lag die Impfquote bei den Standardimpfungen in der Saison 2023/2024 gerade mal bei 16 %.3

Dabei schützen Impfungen am besten vor schweren Krankheitsverläufen. Deshalb sollten vor allem Personen ab 60 Jahren oder mit bestimmten Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben, auf einen vollständigen und aktuellen Impfschutz achten. Hier sollten alle Beteiligten des Gesundheitssektors zusammen agieren, um entsprechend zu beraten und die Impfquoten zu erhöhen.


1 RKI: Epidemiologisches Bulletin 1/2025
2 RKI: Epidemiologisches Bulletin 49/2022
3 RKI: Epidemiologisches Bulletin 50/2024