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Wie wirksam ist die jährliche Grippeimpfung – und wie wird die Wirksamkeit überhaupt gemessen?

Die Grippe ist eine weltweit verbreitete, saisonale Infektionskrankheit, die jährlich viele Menschen betrifft. Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf der Erkrankung sind ältere Menschen und chronisch Kranke. Die jährliche Grippeimpfung bietet einen wichtigen, wenn auch keinen vollständigen Schutz.
Dieser Artikel erläutert, wie wirksam die Grippeimpfung ist, wie diese Wirksamkeit ermittelt wird und welche Besonderheiten bei der Influenza-Impfung zu beachten sind.
Wie wirksam ist die Influenza-Impfung?
Die Wirksamkeit der Grippeimpfung variiert von Saison zu Saison. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die zirkulierenden Virusstämme stetig verändern. Die Zusammensetzung des Impfstoffs wird jährlich angepasst, um die gängigsten Stämme bestmöglich abzudecken. Untersuchungen der Grippesaisons 2010/2011 bis 2019/2020 zeigen, dass die Wirksamkeit der Influenza-Impfung zur Verhinderung laborbestätigter, Influenza-bedingter Arztbesuche zwischen 20 und 60 % schwankte, mit einer durchschnittlichen Effektivität von 41 %. Trotz dieser teilweise eher geringen Wirksamkeit verhindert die Impfung jährlich schätzungsweise 400.000 Influenza-Erkrankungen bei über 60-Jährigen in Deutschland. Zusätzlich bestätigen Studien, dass Erkrankungen bei geimpften Personen milder verlaufen.
Bestimmung der Wirksamkeit
Das Robert Koch-Institut (RKI) analysiert in Kooperation mit dem nationalen Referenzzentrum für Influenzaviren, wie gut der aktuelle Impfstoff zu den saisonal zirkulierenden Viren passt. Mithilfe eines Hämagglutinationshemmtests oder Neutralisationstests wird überprüft, wie gut die durch die Impfung gebildeten Antikörper die aktuell zirkulierenden Viren neutralisieren können. Da die Influenza-Viren jährlich durch Antigen-Drift leicht mutieren, muss der Impfstoff regelmäßig angepasst werden.
Wichtige Hinweise zur Impfung
Kein Impfstoff bietet einen hundertprozentigen Schutz – das gilt auch für die Grippeimpfung. Daher sollte trotz Impfung bei grippeähnlichen Symptomen an Influenza gedacht werden. Bei Geimpften verlaufen die Erkrankungen jedoch häufig milder oder sogar unbemerkt. Bei Risikopatientinnen und -patienten kann eine antivirale Therapie hilfreich sein, um schwere Verläufe zu verhindern.
Für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff als Nasenspray (LAIV). Da dieser attenuierte Viren enthält, besteht die Möglichkeit einer Virusübertragung auf immungeschwächte Personen. Daher sollte enger Kontakt zu diesen Personen für etwa zwei Wochen nach der Impfung vermieden werden.
Influenza-Erkrankungen und kardiovaskuläre Ereignisse
Eine Influenza-Infektion kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöhen, darauf gibt es zunehmend Hinweise. Bei Vorliegen von Risikofaktoren kann Influenza durch Entzündungen in Blutgefäßen Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen. Die Impfung reduziert dieses Risiko und schützt somit auch die Gesundheit über die Vermeidung von Grippeinfektionen hinaus.
Weitere Informationen zur Wirksamkeit der Influenza-Vakzinierung finden Sie beim RKI unter folgendem Link: