Forschung
Entzündungen bekämpfen: wie Cannabinoide, insbesondere CBD, neue Hoffnung für die Therapie bieten

Eine internationale Forschergruppe unter der Leitung des Instituts für Pharmazie der Universität Jena hat einen Mechanismus entdeckt, durch den Cannabinoide, insbesondere Cannabidiol (CBD), Entzündungen bekämpfen können. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen verschiedener Cannabinoide, darunter das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) und das in frei erhältlichen Produkten enthaltene CBD, auf menschliche Immunzellen in Zellkulturen.
Die Ergebnisse zeigten, dass alle untersuchten Substanzen die Bildung von entzündungsfördernden Signalstoffen in den Zellen hemmten und gleichzeitig die Bildung von entzündungsauflösenden Signalstoffen verstärkten. Besonders CBD erwies sich als hochwirksam. Die Forscher konnten feststellen, dass CBD das Enzym 15-Lipoxygenase-1 aktiviert, was die Produktion von entzündungsauflösenden Signalstoffen auslöst und somit Entzündungen reduziert.
Die Studie wurde zunächst in Zellkulturen durchgeführt und anschließend in Tierversuchen an Mäusen bestätigt. Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse neue therapeutische Ansätze für die Behandlung von Entzündungskrankheiten eröffnen könnten. Bisherige Präparate mit Cannabinoiden enthalten oft auch das psychoaktive THC, das Nebenwirkungen verursachen kann. Therapeutika, die ausschließlich CBD enthalten, könnten möglicherweise die Nebenwirkungen reduzieren. Die Forschungsarbeit wurde im Rahmen der Sonderforschungsbereiche ChemBioSys und PolyTarget der Universität Jena durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.
Peltner LK, Gluthmann L, et al. Cannabidiol acts as molecular switch in innate immune cells to promote the biosynthesis of inflammation-resolving lipid mediators. DOI:10.1016/j.chembiol.2023.08.001