Wissenschaft

Fruchtbarkeits­schädigende Wirkung von THC – größten­teils reversibel

Chronischer Konsum von Delta-9-Tetra­hydro­cannabinol (THC) könnte die Frucht­barkeit von Männern negativ beeinflussen: In einer Studie an Affen wurden als Auswirkung von täglich verab­reichtem THC eine Abnahme des Hoden­volumens, verringerte Sexual­hormon­spiegel, epigenetisch veränderte Spermien sowie eine Verringerung der Ejakulat-Menge beobachtet. Die Makaken hatten zuvor über mehrere Monate täglich THC über ihr Futter aufge­nommen.

Das Forschungs­team um Professor Dr. Jason Hedges veröffentlichte die Ergebnisse der Studie im Fach­journal „Fertility and Sterility“ (DOI: 10.1016/j.fertnstert.2021.12.028). Die Ergebnisse über die Frucht­barkeits­schädigung decken sich mit den Ergebnissen der Vorgänger­studie von Professor Hedges.

Durchge­führt wurde die Studie an 6 männ­lichen Rhesus­affen, denen über einen Zeitraum von ca. 7 Monaten täglich THC oral zugeführt wurde. Bei den Dosierungen handelte es sich um Dosen, die für den medizinischen Gebrauch sowie den Genuss­konsum relevant sind und im Verlauf gesteigert wurden.

Nun die gute Nachricht: Die frucht­barkeits­beeinträchtigenden Aus­wirkungen waren größten­teils reversibel. So nahm zwar zunächst das Hoden­volumen bei jeder Dosis­erhöhung um 1 mg THC/7 kg Körper­gewicht um ca. 59 % ab. Bei einer längeren Abstinenz nahm das Hoden­gesamt­volumen jedoch wieder zu und stieg auf 73 % des ursprüng­lichen Volumens an. Auch die signifi­kanten, negativen Aus­wirkungen von THC auf die mittleren Spiegel von Gesamt­testosteron und Estradiol sowie des follikel­stimulierenden Hormons (FSH) regulierten sich bei längerem THC-Verzicht. Nur bestimmte Veränderungen des Genoms sowie der Protein­expression der Spermien waren teilweise irreversibel.

Die Empfehlung der Forscher lautet daher, dass Männer mit bestehendem Kinder­wunsch vor dem aktiven Angehen mindestens 4 Monate lang kein THC konsumieren sollten.