Retaxierungen bei Cannabis-Rezepten

Retaxierungen sind ein alltägliches Problem in Apotheken.

Auch Cannabis-Rezepte bieten eine gute Grundlage für Retaxierungen. DAP wollte mit einer Umfrage heraus­finden, aus welchen Gründen Cannabis-Retaxierungen ausge­sprochen wurden.

An der Umfrage vom 9. bis 16. Mai 2023 nahmen 1.835 Apotheken­mitarbeiter teil. Von den Teilnehmern gaben 1.488 an, dass sie medizinisches Cannabis in ihrer Apotheke abgeben. Dabei geben die Apotheken vor allem Cannabis-Rezepturen in Form von  Dronabinol-Lösung (1.262) ab, gefolgt von unver­arbeiteten Cannabis­blüten (559) und Dronabinol-Kapseln (456).

Von den Apotheken, die Cannabis-Rezepte beliefern, gaben 53,7 % an, schon mal eine Retaxierung bei einem Cannabis-Rezept bekommen zu haben. Die häufigsten Gründe waren dabei ein Fehler im Hash-Code (466) und dass nicht das günstigste im Handel befindliche Präparat für die Abgabe ausge­wählt wurde (381). Aber auch ein fehlendes „A“ bei Höchst­mengen­über­schreitung (101) oder eine Abrechnung der PZN und nicht der Rezeptur (105) haben schon zu Retaxierungen geführt. Es gab bei der Umfrage auch die Möglichkeit, unter Sonstiges eine Frei­text­angabe zu machen. Hier wurde vor allem genannt, dass auch Taxierungs­fehler und die Abrechnung des Hersteller­sets oder des Identifikations­kits retaxiert wurden.

Fazit

Die Umfrage gibt einen kleinen Überblick über den der­zeitigen Stand von Cannabis-Rezepten in den Apotheken: Apotheken geben zurzeit vor allem Rezepturen mit Dronabinol ab; Cannabis­blüten und vor allem Cannabis­extrakte spielen laut der DAP Umfrage eine eher unter­geordnete Rolle in der Versorgung. Bei der Belieferung der Rezepte sollten Apotheken neben der Auswahl eines Produktes mit dem günstigsten Apotheken­einkaufs­preis vor allem auch auf die richtige Erstellung des Hash-Codes achten, um Retaxierungen künftig zu vermeiden. Die Verwendung von Hersteller­sets und teilweise Identifikations­sets ist möglich, jedoch können diese nicht zulasten der Kranken­kasse abge­rechnet werden. Da bei der Taxierung von Rezepturen bei der Erstellung des Hash-Codes jede Position einzeln ange­geben werden muss, kann ein Hersteller­set nicht mit abge­rechnet werden.