Retaxationen: nicht nur Peanuts

Retaxationen begleiten Apotheken auch nach der Einführung des E-Rezeptes weiterhin. Die Hoffnung, dass es dadurch zu einem Rückgang der Retaxationen kommen würde, hat sich offensichtlich nicht erfüllt.
Um diese Vermutung zu prüfen, erfragten wir in der Umfrage „Retaxationen 2024 – welche Änderungen bringt das E-Rezept?“ ein aktuelles Feedback der Apotheken. Im Zeitraum vom 01.10. bis 15.10.2024 teilten 1.957 Apothekenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ihre Erfahrungen mit uns – mit interessanten Ergebnissen.
Retaxsumme im Schnitt höher
Im Vergleich zu unserer Retax-Umfrage aus dem Jahre 2022 („Retaxationen – warum, wie oft, in welcher Höhe“, Laufzeit 29.08.–10.09.2022, n = 2.267) lässt sich unter anderem ein Trend erkennen: Die Retaxsummen scheinen insgesamt höher zu werden.
Auf die Frage, wie hoch die Retaxsumme der retaxierten Rezepte im Schnitt pro Monat ist, ergibt sich folgendes Bild:
| Durchschnittliche Retaxsumme pro Monat | Verteilung in Q3 2022 | Verteilung in Q3 2024 |
| Unter 100 Euro | 44,5 % | 31,4 % |
| Zwischen 100 und 300 Euro | 42,9 % | 40,7 % |
| Zwischen 300 und 500 Euro | 8,5 % | 16,6 % |
| Über 500 Euro | 4,1 % | 11,3 % |
Vor zwei Jahren erhielten Apotheken mehrheitlich im Monatsdurchschnitt Retaxationen unter 100 Euro. In der aktuellen Umfrage hat sich dies verschoben: Die durchschnittliche monatliche Retaxsumme liegt nun mehrheitlich zwischen 100 und 300 Euro. Außerdem gibt es eine Verschiebung zu noch höheren Retaxsummen: So hat sich der Anteil der monatlichen Retaxsummen zwischen 300 und 500 Euro fast verdoppelt und bei höherpreisigen Retaxationen von über 500 Euro hat sich der Wert beinahe verdreifacht. Dies mag der Situation geschuldet sein, dass Apotheken immer häufiger hochpreisige Arzneimittel abgeben – Retaxationen bei solchen Rezepten fallen natürlich umso mehr ins Gewicht.
Gerade vor diesem Hintergrund gilt einmal mehr der Leitsatz: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Da auch das Retaxaufkommen insgesamt nach den Ergebnissen der Umfrage mit der Einführung des E-Rezeptes nicht wirklich abgenommen hat, sollte bei der Rezeptbearbeitung und spätestens bei der Nachkontrolle vor der Abrechnung genau geprüft werden, ob (vor allem bei höheren Rezeptsummen) alle Formalien erfüllt sind und den Dokumentationsvorschriften bei abweichenden Abgaben entsprochen wurde.
Alle Ergebnisse der aktuellen Retax-Umfrage werden Sie in der Dezemberausgabe des DAP Dialogs nachlesen können, die am 11.12.2024 erscheint.
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