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Apotheken­befragung zu pharma­zeutischen Dienst­leistungen: Es geht voran!

Es tut sich etwas: Die pharma­zeutischen Dienst­leistungen (pDL) haben zunehmend Einzug in die Apotheken gehalten. Viele Apotheken nutzen bereits die Möglich­keit, ihren Kundinnen und Kunden diese zusätz­lichen Angebote zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen einer Umfrage des Deutschen­Apotheken­Portals im Oktober und November 2024 wurden 2.224 Apotheken­mitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu ihren Erfahrungen mit pharma­zeutischen Dienst­leistungen befragt. Hier sind die ersten Ergebnisse.

Vom 17. Oktober bis zum 1. November 2024 nahmen 2.224 Apotheken­mitarbeiterinnen und -mitarbeiter an der DAP Umfrage teil. 75,3 % der Befragten gaben an, bereits pharma­zeutische Dienst­leistungen in ihrer Apotheke anzubieten, während 11,4 % dies in naher Zukunft planen. Nur 13,3 % der Teil­nehmerinnen und Teil­nehmer bieten diese Dienst­leistungen noch nicht an.

Die Mehrheit der Apotheken (85 %) bietet die pharma­zeutische Dienst­leistung „Erweiterte Ein­weisung in die korrekte Arznei­mittel­anwendung mit Üben der Inhalations­technik“ an. Diese Dienst­leistung kann von allen pharma­zeutischen Fach­kräften mit abge­schlossener Aus­bildung durch­ge­führt werden. 80 % der Apotheken bieten zudem die pDL „Standardisierte Risiko­erfassung hoher Blut­druck“ an, die auch von Pharma­zeutinnen und Pharma­zeuten im Praktikum (PhiP) und PTA im Praktikum durch­ge­führt werden darf. 74 % setzen die pDL „Erweiterte Medikations­beratung bei Poly­medikation“ um, die nur von Approbierten mit zusätz­licher Quali­fikation ange­boten werden darf. Weniger ver­breitet sind die pDL „Pharma­zeutische Betreuung bei oraler Anti­tumor­therapie“ (8 %) und „Pharma­zeutische Betreuung von Organ­trans­plantierten“ (4 %).

Kundenreaktionen: Interesse ist noch gemischt

Die Reaktionen der Kundinnen und Kunden auf das neue Angebot sind noch unein­heitlich. 30 % der Befragten berichten von einem geringen Interesse, während eben­falls 30 % angeben, dass ihre Kund­schaft sehr interes­siert ist und die Angebote auch annimmt. 25 % schildern, dass zunächst Interesse besteht, jedoch kein Termin ver­ein­bart wird. 12 % sehen persön­lich keinen Bedarf für pDL, und 3 % berichten von keiner Nach­frage seitens der Kund­schaft.

Tipps für den Einstieg in die pDL

Apotheken, die noch nicht mit pharma­zeutischen Dienst­leistungen gestartet haben, könnten durch den Ein­stieg in die Beratung von Personen, die bereits bekannt und kooperations­bereit sind, eine niedrig­schwellige Möglich­keit finden, sich mit diesen Ange­boten vertraut zu machen. Bei der Medikations­beratung empfiehlt es sich, zunächst Patientinnen und Patienten aus­zu­wählen, die nur eine über­schaubare Anzahl an Arznei­mitteln ein­nehmen (mindestens fünf), um die Anforderungen zu erfüllen. Dies erleichtert den Einstieg, da der Zeit­aufwand stark von der Komplexität der Medikation abhängt. Auch die Erfahrung des pharma­zeutischen Personals spielt eine wichtige Rolle: Anfangs kann es sein, dass die ersten Beratungen mehr Zeit in Anspruch nehmen als im Honorar kalkuliert. Diese Lern­kurve wird jedoch voraus­sichtlich schnell über­wunden, da sich viele arznei­mittel­bezogene Probleme wieder­holen und somit zügiger bearbeitet werden können.