Zytostatika


Wirkung von Zytostatika

Zytostatika greifen in Prozesse des Zellwachstums bzw. der Zellteilung ein. Sie wirken daher vor allem auf Zellen mit einer hohen Zellteilungsrate wie z.B. Epithelzellen. Tumorzellen sind gegenüber Zytostatika besonders empfindlich, da sie neben einer erhöhten Teilungsrate nur eine eingeschränkte Reparaturfähigkeit besitzen. Dieser Unterschied zu gesunden Zellen macht einen therapeutischen Einsatz von Zytostatika erst möglich.


Gruppen von Zytostatika

Anhand der jeweiligen Angriffspunkte während der Zellteilung lassen sich Zytostatika in verschiedene Gruppen einteilen:

Antimetabolite (Hemmstoff der Nucleotid- und DNA-Synthese)

Antimetabolite hemmen die Neucleotid- und DNA-Synthese, indem sie natürliche Stoffwechselbausteine (Metabolite) verdrängen. Durch Komplexbildung mit entsprechenden Enzymen wird z.B. die DNA-Synthese gestört oder es kommt zu einem Einbau falscher Bausteine in die DNA, so dass funktionsuntüchtige Makromoleküle entstehen.

Alkylantien

Diese Zytostatika alkylieren Nucleinsäuren, d.h. sie übertragen  Alkylgruppen auf DNA-Stränge. Nach Aktivierung zu Carbokationen reagieren diese u.a. mit dem Guanin der DNA, was zu Strukturveränderungen wie  z.B. Vernetzungen von DNA-Strängen führt. Dadurch kann die DNA während der Zellteilung nicht korrekt dupliziert werden.

Topoisomerase-Hemmstoffe (Schädigung der DNA)

Topoisomerase-Hemmstoffe hemmen die Enzyme Topoisomerase I und II. Diese Enzyme bewirken gezielte, reversible Unterbrechungen im DNA-Strang, indem sie kovalent an eine Phosphatgruppe der DNA binden, die Esterbindung spalten und wieder verknüpfen. Damit ermöglichen sie die Duplikation der DNA bei der Zellteilung. Topoisomerase-Hemmstoffe verhindern die Dissoziation der Enzyme von der DNA, wodurch stabile Komplexe entstehen, die DNA-Strangbrüche und letztlich den Tod der Zelle hervorrufen.

Mitosehemmstoffe

Mitosehemmstoffe stören die Funktion des sog. Kernspindelapparats, der bei der Zellteilung für den Stofftransport innerhalb der Zelle sorgt. Indem sie an bestimmte Bindungsstellen des am Aufbau des Spindelapparates beteiligten Eiweißes Tubulin binden, hemmen diese Stoffe entweder den Auf- oder den Abbau der Kernspindeln.

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