Antikoagulantien
Antikoagulantien oder Gerinnungshemmer verzögern die Blutgerinnung, heben sie aber nie ganz auf, da es sonst im Verletzungsfall zum Verbluten kommen würde.Antikoagulantien sind von den Thrombozytenaggregationshemmern, welche über eine Funktionshemmung der Thrombozyten (Blutplättchen) wirken, abzugrenzen. Bei den Antikoagulantien unterscheidet man direkte Antikoagulantien, die unmittelbar mit den Gerinnungsfaktoren reagieren und indirekte Antikoagulantien, welche die Synthese der Gerinnungsfaktoren hemmen. Wie stark oder wie schwach die Gerinnungshemmung ist, hängt von der Dosierung im Einzelfall ab. Die Wirkung sollte deshalb durch regelmäßige Kontrollen überwacht werden. Eine optimale Therapie ist nur dann gewährleistet, wenn die Blutgerinnung weder zu stark noch zu schwach gehemmt wird.
Eingesetzt werden Antikoagulantien zur Prophylaxe von Thrombosen und Embolien, wie z.B.Tiefe Venenthrombosen, Lungenembolie, Thrombosen bei Vorhofflimmern (Apoplex), Thrombosen bei Herzerkrankungen (Mitralklappenstenose, Kardiomyopathie, chronische Herzinsuffizienz), Rezidivprophylaxe nach einem Myokardinfarkt und bei Thrombosen bei Herzklappenersatz.
Austauschbarkeit von Antikoagulantien
Bei indirekten Antikoagulantien verbietet sich aufgrund der kritischen Dosierung infolge der geringen therapeutischen Breite im Regelfall ein Austausch bei Folgeverordnungen.
Die Gerinnungshemmung hängt aber auch von Zusatzfaktoren ab, wie interindividuelle Unterschiede, Ernährung (vor allem mit Vitamin-K-haltigen Lebensmitteln) und Begleitmedikationen.
Dass eine Substitution von Antikoagulantien gefährliche Gesundheitsfolgen für die Patienten haben kann zeigt das folgende Zitat aus dem Deutschen Ärzteblatt:
Dtsch Arztebl 2011; 108(36): A-1861 / B-1586 / C-1577
“...große Schwankungen in den Wirkstoffspiegeln von zum Beispiel Phenprocoumon, Digitalisglykosiden, Theophyllinen, verschiedenen Antiobiotika, Psychopharmaka, Schilddrüsenhormonen. Als besonders bedrohlich musste ich in meiner Praxis plötzlich gefährliche Schwankungen der INR-Werte nach Austausch von Marcumar gegen rabattierte Generika durch die Apotheke feststellen...“
Pharmazeutische Bedenken bei Antikoagulantien
Bei indirekten Antikoagulantien sind pharmazeutische Bedenken durch die enge therapeutische Breite der Wirkstoffe begründet.




