21.03.2017

Hat die Apotheke eine Prüfpflicht auf Präparate der Anlage III der AM-RL?

Uns liegt folgendes Kassenrezept vor:
Verordnet ist „1 x Jelliproct Kombi (PZN 01798023)“ zulasten der BKK Mobil.

Bei Eingabe ins Kassensystem wird diese Meldung angezeigt:

„VERORDNUNGSVORGABEN
Anl. III AM-RL: Verordnungsausschlüsse nach AM-RL Hämorrhoidenmittel in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen, zur lokalen Anwendung. Verordnungsausschluss verschreibungspflichtiger Arzneimittel nach der Arzneimittel-Richtlinie.“

Darf das Mittel trotzdem zulasten der BKK abgegeben werden? Es ist ja schließlich eindeutig verordnet.
Ist die Apotheke überhaupt prüfungspflichtig?
Im Liefervertrag haben wir diesen Fall nicht gefunden.

Antwort:

In Anlage III zur Arzneimittel-Richtlinie des G-BA sind Verordnungsausschlüsse bzw. -Einschränkungen aufgeführt.
Als Hämorrhoidenmittel mit mehreren Wirkstoffen ist auch Jelliproct von einem Verordnungsausschluss betroffen, wie es auch durch Ihre EDV angezeigt wird.

In der Lauer-Taxe erscheint eine ähnliche Meldung:

Abb.: Lauer-Taxe

Auch wenn die Apotheke für Verordnungsausschlüsse keine Prüfpflicht hat, sollten Sie im Zuge einer guten Arzt/Apotheker-Zusammenarbeit den verschreibenden Arzt darauf hinweisen und ihn so vor einem Regress bewahren.
Besteht der Arzt weiterhin auf die Abgabe, dann sollten Sie dies auf der Verordnung notieren. 

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