2.3.2.3 Antiinflammatorische Wirksamkeit

Verschiedene Studien belegen die antiinflammatorische Wirkung der in Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel enthaltenen Isothiocyanate und weiterer Inhaltsstoffe. [33]–[39] Dies ist bei akuten Infektionen von Vorteil, da neben der antibakteriellen und antiviralen Wirkung auch die Entzündungsreaktion – und damit die durch die Entzündung hervorgerufenen Symptome –  gedämpft werden.

In den Studien zur antiinflammatorischen Wirkung der Pflanzenextrakte erzielten die Forscher unter anderem folgende Resultate:

  • Benzylisothiocyanat unterdrückte in vitro die Entzündungsreaktion, indem der Pflanzenstoff die Bildung proinflammatorischer Mediatoren über den Lipoxygenase- (LOX) und den Cyclooxygenase (COX)-Signalweg inhibierte. Das Isothiocyanat inhibierte selektiv die COX-2-Expression. [39]
  • Im Lipopolycaccharid (LPS)-induzierten Entzündungsmodell an humanen peripheren mononukleären Immunzellen zeigte ein wässriger Extrakt aus Kapuzinerkresse regulatorische Wirkungen auf die Arachidonsäurekaskade und bewirkte dosisabhängig eine verminderte Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandin E2. [35]
  • Ein wässriger Extrakt aus Meerrettichwurzel lieferte ähnlich positive Ergebnisse: Es zeigte sich ein konzentrationsabhängiger Hemmeffekt auf die LPS-induzierte Entzündungsantwort durch Hemmung der COX2-Expression und der daraus folgenden blockierten Synthese von PGE2 und Leukotrien B4. [34]

Die antientzündlich wirksamen Inhaltstoffe aus Kapuzinerkresse und Meerrettich wirken vermutlich über die MAPK (Mitogen aktivierte Proteinkinase) auf die LOX- und COX-Signalwege ein.