2.3.1 Heilpflanzen bei Infektionen der Atemwege

In der folgenden Tabelle sind ausgewählte Heilpflanzen dargestellt, die häufig bei Infektionen der Atemwege eingesetzt werden.

HMPC = Herbal Medicinal Product Committee (HMPC); auf europäischer Ebene verantwortlich für die Beurteilung der Zulassung pflanzlicher Arzneimittel; Einordnung einer pflanzlichen Droge in die Kategorien „well-established use“ (= anerkannte medizinische Wirkung und akzeptierte Unbedenklichkeit) und „traditional use“ („traditionelles pflanzliches Arzneimittel“); ESCOP = European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP)

*eingesetzt aufgrund langjähriger Erfahrung, traditionelles Arzneimittel nach § 39a Arzneimittelgesetz

Für einige pflanzliche Präparate konnte die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei unkomplizierten Atemwegsinfektionen in placebokontrollierten, randomisierten, klinischen Studien belegt werden. Bei akuter Rhinosinusitis erwiesen sich demnach z. B. die folgenden Phytotherapeutika als wirksam:

  • Präparat mit Extrakten aus Ampfer, gelbem Enzian, Holunder, Eisenkraut, Schlüsselblume
  • Eukalyptus-Extrakte (Cineol, Myrtol)
  • Extrakte aus der Pelargoniumwurzel (Pelargonium sidoides)  Off-Label (Zulassung nur zur Behandlung der akuten Bronchitis) [11]

Bei Husten bzw. akuter Bronchitis zeigten die folgenden pflanzlichen Inhaltsstoffe bzw. Pflanzenpräparate eine signifikante Wirkung im Rahmen von randomisierten, kontrollierten Studien:

  • Myrtol (Mischdestillat aus rektifiziertem Eukalyptusöl, rektifiziertem Süßorangenöl, rektifiziertem Myrtenöl und rektifiziertem Zitronenöl)
  • Präparat mit Extrakten aus Thymian und Efeu
  • Präparat mit Extrakten aus Thymian und Primelwurzel
  • Extrakte aus der Pelargoniumwurzel (Pelargonium sidoides) [15]

Ebenfalls umfassend untersucht ist ein pflanzliches Arzneimittel mit einer Kombination aus Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel, das zur Besserung der Beschwerden bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien, Nebenhöhlen und der ableitenden Harnwege indiziert ist. Die Pflanzenkombination wirkt antibakteriell, antiviral und antientzündlich und ist geeignet zur Akuttherapie, begleitend zu einer Antibiotikatherapie oder bei rezidivierenden Infektionen. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die Studienlage zum Einsatz bei Atemwegsinfektionen.