2.2.4 Antitussiva / Expektorantien

Ein akuter Husten im Rahmen eines Infekts oder einer akuten Bronchitis heilt in der Regel auch ohne spezifische medikamentöse Therapie. Um die Symptome zu lindern, können jedoch Expektorantien bzw. Antitussiva gegeben werden.

Laut der DEGAM-Leitlinie Husten sollen Antitussiva nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Eine solche Ausnahme betrifft zum Beispiel nicht produktiven und quälenden Reizhusten. Hier kann die Gabe von Antitussiva die Schlaffähigkeit verbessern. Die chemisch-definierten und nicht verschreibungspflichtigen Antitussiva Dextrometorphan und Pentoxyverin unterdrücken den Hustenreflex infolge einer Hemmung des Hustenzentrums im Stammhirn. Dextrometorphan, ein Morphin-Derivat, wirkt darüber hinaus als NMDA-Rezeptor-Antagonist. Pentoxyverin besitzt zusätzlich eine leicht bronchodilatierende, spasmolytische und anticholinerge Wirkung. Die antitussiven Wirkstoffe sollten in der Regel nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Kontraindikationen und Wechselwirkungen sind zu beachten.

Expektorantien wie Bromhexin, Ambroxol und Acetylcystein sollen das Abhusten des zähen Schleims erleichtern, indem sie sekretolytisch (Verflüssigung des Schleims) und sekretomotorisch (Aktivierung des Flimmerepithels) wirken. Laut DEGAM-Leitlinie Husten werden chemisch-definierte Expektorantien bei akutem Husten im Rahmen eines Infekts aufgrund fehlender aussagekräftiger Studien nicht empfohlen.

Wichtig: Um einen Sekretstau zu vermeiden, sollten Antitussiva und Expektorantien nicht gleichzeitig angewendet werden bzw. auf einen ausreichenden Einnahmeabstand geachtet werden!

Bei einer akuten Rhinosinusitis ist der Nutzen von chemisch definierten Sekretolytika (Ambroxol, Acetylcystein) nicht belegt.

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